Aus dem Amerikanischen von Georg Schmidt. Lew Griffin ermittelt in einem Vermisstenfall. Wie so oft mit wenig Aussicht auf Erfolg. Die Spuren führen ihn ins Schattenreich des French Quarter in New Orleans mit seinen Bars, Touristenattraktionen und dem Rotlichtmilieu. Doch seine Nachforschungen nehmen bald ein gewalttätiges Ende, und er muss einsehen, dass sein eigenes Dasein immer mehr dem der verlorenen Seelen gleicht, auf deren Spur er ist. Lew Griffin ist selbst ein Verlorener, ein Gefangener der Flasche, seiner Vergangenheit und seiner schwarzen Hautfarbe. Als schließlich sein Sohn verschwindet, wird ihm klar, dass er erst die Rätsel in seinem eigenen Leben lösen muss, bevor er sich anderen zuwenden kann.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.06.2013
Den 1992 entstandenen neu aufgelegten Roman von James Sallis mit dem Privatdetektiv Lew Griffin im Mittelpunkt ordnet Fritz Göttler ins Hardboiled-Genre ein. Gemäß der dort herrschenden "Solidarität der Poeten" überrascht den Rezensenten Griffins Interesse für Tschechow, Faulkner und Hobbes nicht sonderlich. Die Story um eine verschwundene Aktivistin der schwarzen Bürgerrechtsbewegung anno 1964, bei der FBI und CIA offenbar ihre Finger im Spiel haben, findet Göttler (trotz gelegentlicher Geschwätzigkeit des Helden) nicht zuletzt wegen der Unlösbarkeit des Falles, ein übrigbleibendes Unbegreifliches überzeugend.
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