Das Leben des Kommunisten, Mediziners und Juden Dr. Fritz Fränkel ist außergewöhnlich, nicht zuletzt resultierend aus der Kombination der genannten Merkmale.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.01.2006
Keinen geringeren als Walter Benjamin habe Fritz Fränkel, Autor des Standardwerkes "Der Cocainismus", mit seinem Fachwissen über Rauschgifte beraten, und wie dieser wurde er von den Nationalsozialisten als Jude und linker Intellektueller verfolgt. Fränkel konnte jedoch nach schweren Misshandlungen entkommen, referiert Momme Broderson dessen Lebensstationen, und habe am spanischen Bürgerkrieg als Arzt auf der Seite der Kommunisten teilgenommen. Aber wie schon in den zwanziger Jahren in Berlin sei Fränkel das Opfer von Verleumdungen seiner vermeintlichen kommunistischen Brüder geworden. Nach dem Bürgerkrieg konnte er aus französischen Internierungslagern nach Übersee ausreisen, wo er wenige Jahre später in Mexiko City im Alter von 52 Jahren starb. Momme Broderson macht darauf aufmerksam, dass Klaus Täubert fast ein Vierteljahrhundert benötigt habe, um die verschütteten Belege dieser Biografie auszugraben. Fränkels Leben sei weit mehr als nur eine Fußnote der Geschichte gewesen und der Biograf dokumentiere es in dem vorliegenden Band "sorgfältig" und mit einem umfangreichen Bildanhang.
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