Keßler Kessler

Ruth Fischer

Ein Leben mit und gegen Kommunisten (1895-1961)
Cover: Ruth Fischer
Böhlau Verlag, Köln 2013
ISBN 9783412210144
Gebunden, 759 Seiten, 59,90 EUR

Klappentext

Ruth Fischer (1895 1961) war 1924/25 weltweit die erste Frau an der Spitze einer Massenpartei: der Kommunistischen Partei Deutschlands. Wie niemand sonst stand sie für die Angleichung der KPD an das autoritäre sowjetische Parteimodell. Später wurde sie von Hitler und Stalin verfolgt zur leidenschaftlichen Antikommunistin, die in den USA sogar gegen ihre Brüder Gerhart und Hanns Eisler sowie gegen Bertolt Brecht aussagte. Zuletzt suchte sie wieder Anschluss an eine undogmatische Linke. Ruth Fischers bewegtes Leben wird in dieser Biografie auf der Grundlage bisher unerschlossener Archivquellen, darunter FBI-Akten, erstmals ausführlich dargestellt. Das Buch zeigt exemplarisch, wie Kommunismus und Antikommunismus sich im Kalten Krieg in einer Person verschränken konnten.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 07.06.2014

Die Geschichte der Ruth Fischer fasziniert denRezensenten Detlev Claussen. Sie leitete die frühe Kommunistische Partei Detuschlands und half bei ihrer Unterordnung unter sowjetische Interessen. Im Exil aber koopererierte sie mit dem MacCarthy-Ausschuss und beschuldigte ihre Brüder Gerhart und Hanns Eisler. Sie war vom kommunistischen Wege abgekommen, weil ihr Lebensgefährte Arkadij Maslow in Kuba tot aufgefunden wurde und sie eine Ermordung wie im Falle Trotzkis vermutete. Dies alles erzählt die Biografie - aber leider Gottes laut Claussen als "ermüdender Papierberg". Überdies kann ihm der Autor nicht glaubhaft machen, dass Maslow tatsächlich ermordet worden sei, und noch mehr fühlt sich der Rezensent belästigt von der "ex post fact" kommenden Besserwisserei des Biografen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.09.2013

Die ihm beim Lesen dieser Biografie über Ruth Fischer belastende Schwäche der vielen Abschweifungen deutet Michael Hollmann kurzerhand in eine Stärke des sorgfältig recherchierten Buches um. So erfährt Hollmann von dem Historiker Mario Kessler nämlich nicht nur Details aus dem an Wendungen reichen, romanhaften Leben der Kommunistin Ruth Fischer, sondern gleichfalls eine Menge über die Geschichte des deutschen Kommunismus. Dass Kessler die Balance hält zwischen der deutlichen Empathie für Fischer und einer kritischen Distanz angesichts ihres oft schwer nachvollziehbaren politischen Handelns, so etwa ihre Wende hin zur Mitarbeit beim FBI, rechnet der Rezensent dem Autor hoch an.
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