Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 29.12.2001
Verleger haben selten die Zeit, ihr eigenes Leben aufzuschreiben, weiß der Rezensent mit dem Kürzel "kru". Klaus Piper hat sie sich genommen, nach seinem Rückzug aus dem Verlagsgeschäft im Jahr 1994. Vor einem Jahr starb der 1911 Geborene, der den Verlag in den fünfziger Jahren von seinem Vater Reinhard übernommen hatte, berichtet der Rezensent. In seinen Memoiren blicke Klaus Piper auf sechs Jahrzehnte zurück. Besonders aufschlussreich findet "kru" das Kapitel über die NS-Zeit, in der Piper sich bemühte, einem weitgehenden Opportunismus zu entgehen, indem er beispielsweise einen Parteieintritt ablehnte. Natürlich kommen in diesem Band, so der Rezensent, auch die zahlreichen Begegnungen mit den Autoren des Hauses zur Sprache, zu denen Ingeborg Bachmann, Karl Jaspers, Alfred Brendel und viele andere außerordentliche Autoren gehörten, meint "kru".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.01.2001
Antje Weber glaubt, dass mit der zunehmenden Tendenz zu Großverlagen Verleger wie der 2000 verstorbene Klaus Piper wohl einer aussterbenden Spezies angehören. Da Piper alle Geistesgrößen von Rang und Namen persönlich gekannt hat und sich an sie in seiner Autobiografie bis in die überraschendsten Details erinnert, lese sich das Buch passagenweise dann auch "wie ein Who`s who der Intellektuellen" des vergangenen halben Jahrhunderts, so die Rezensentin beeindruckt. Allerdings warnt Weber davor, intime Enthüllungen aus dem Privatleben des Verlegers zu erwarten, hier zeige sich der Autor sehr diskret: so werde weder über sein Zerwürfnis mit dem eigenen Sohn, noch über genauere Gründe für den Verkauf des Piper-Verlags 1994 etwas enthüllt.
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