Klaus Modick

Bestseller

Roman
Cover: Bestseller
Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2006
ISBN 9783821857459
Gebunden, 272 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

In Tante Theas Koffer findet ihr Erbe, der mittelmäßig erfolgreiche, finanziell jedoch chronisch klamme Schriftsteller Lukas Domcik, ein Konvolut mit Aufzeichnungen aus ihrer Jugend in den dreißiger und vierziger Jahren. Zunächst kann er mit dem unsäglichen Backfischgeschreibsel der glühenden Nazisse und späteren reuigen Sünderin nichts anfangen. Doch dann lernt er die schöne Maskenbildnerin Rachel kennen und gerät in erotische Wallung. Um ihr ganz, ganz nahe zu kommen und um endlich auch mal das ganz, ganz große Geld zu machen, entwirft er einen genialen Plan: Mit der überaus fernsehtauglichen Rachel als vorgeschobener Autorin, die die Geschichte ihrer vorgeblichen Oma erzählt, lässt sich mit leichter Hand und reichlich Chuzpe aus dem mediengerechten deutschen Schicksal der Tante Thea ein anrührender Weltbestseller verzapfen. Doch im Rausch seiner Amour fou verliert Domcik schon bald die Übersicht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.02.2007

Über einige Kurven findet Andrea Hübener schließlich doch noch zum Genuss dieses Romans. Zwar erscheinen ihr ein aufgekratzter Erzähler und ein vorhersehbarer Plot nicht unbedingt als Erfolgsrezept für ein Buch, die "literarische Farce", die Klaus Modick aus der Geschichte eines gescheiterten Schriftstellers baut, hat sie allerdings angenehm überrascht. Was ihr zunächst als literarischer "99-Cent-Laden" vorkommt, wird transparent auf eine komplexe Konterkarierung des literarischen Gewerbes und seiner Gepflogenheiten. Spannend findet Hübener das, und Modicks "Hiebe an die Literaturkritik" hat sie, durchaus selbstkritisch, genossen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.07.2006

Klaus Modick ist als Autor, der in seinem Werk stets übers Schreiben reflektiert, mit allen Wassern gewaschen. Im neuesten Roman "Bestseller" attackiert er die boulevardeske Geschichtsschreibungsindustrie, die es noch darauf anlegt, den Holocaust verdaulich zu machen. Genau dies nämlich unternimmt, mit Kalkül, der - dem Autor anagrammatisch höchst verwandte - Held Lukas Domcik, indem er eine Heldin erfindet, deren "kolportagehaft zusammengschmierte Irrungen und Wirrungen" er als authentisch verkauft, mit von der Straße gecasteter vermeintlicher Nichte und Autorin des Ganzen dazu. Der Erfolg stellt sich ein, aber nicht ganz so wie zunächst geplant. Mit großem Vergnügen hat der Rezensent Edo Reents dieses Werk gelesen, das mit kalauerndem Ingrimm den Literatur- und Fernsehbetrieb aufs Korn nimmt, der keine Skrupel kennt, wenn es um Geld und Erfolg geht. Das richtet sich gegen Guido Knopp, aber auch gegen allerlei andere namentlich und nicht namentlich genannte Protagonisten in Feuilleton, Funk und Fernsehen. Auch die FAZ bekommt ihr Fett weg - und applaudiert: "Gut gemacht!"
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