Markus Orths

Fluchtversuche

Erzählungen
Cover: Fluchtversuche
Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt am Main 2006
ISBN 9783895610981
Gebunden, 167 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Schräg ins Leben gebaut sind sie alle: Eine reiche, weltberühmte Schönheit lädt einen völlig unbekannten Mann in ihre Villa nach Andalusien ein, doch der Aufenthalt entwickelt sich ganz anders als erhofft; ein Schriftsteller wird von seinem neuen Nachbarn erpresst und muss sich dessen »geniale Idee« für eine Geschichte anhören; jemand stellt entsetzt fest, dass eigentlich schon alles gesagt worden ist und erfindet ein Überhörgerät; und in ungeheurer satirischer Überspitzung muss ein Mann namens Martin die Beerdigung seiner Frau organisieren, unterstützt vom Sarghändler Gernot, auf dessen Schaufenster schon der passende Werbeslogan steht: Bei uns liegen Sie richtig .

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.03.2007

Rezensentin Andrea Hübener mochte diese Erzählungen von Markus Orths, die ihren Informationen zufolge auf neun verschiedene Arten von Fluchten, realen und imaginären Grenzüberschreitungen erzählen. Zwar gibt sie auch zu Protokoll, dass sie anfangs die Konstruiertheit mancher Geschichte als Beeinträchtigung ihres Lesevergnügens empfand. Doch die wohl komponierten vielfältigen und vieldeutigen Gedanken- und Spiegellabyrinthe der Erzählungen haben sie immer schnell versöhnen können. Die Rezensentin skizziert einige wichtige Erzählungen und kommt zu dem Ergebnis, "hier hat einer etwas zu sagen und sagt es auch."
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.11.2006

Rezensent Markus Clauer ist nicht wirklich froh mit diesen Erzählungen geworden. So sehr er diesen Autor im Allgemeinen für Witz, Tiefsinn und Pointensicherheit schätzt, diesmal krankt sein Erzählduktus in den meisten, hier versammelten Texten, am "Anschein der Abrichtung", an einer formalen Überambitioniertheit, die nicht nur angestrengt sondern ausgesprochen musterschülerhaft auf Clauer wirkt. Die Erzählungen des Bandes bewegen sich dem Rezensenten zufolge in "den Grenzbereichen des Psychischen und Physischen", in der "Schnittmenge zwischen tragisch und skurril". Oft sieht Clauer sie im Unwahrscheinlichen oder gar Grotesken enden. Doch konstruiert Marcus Orth gerade diese grotesken Schräglagen seiner Texte für Clauers Geschmack etwas zu streberhaft und glatt, weshalb schön erfundene Geschichten dann oft an ihrer Überkonstruktionen ersticken, und der Rezensenten selten glücklich mit ihnen wird. Am Ende spricht der Rezensent die Hoffnung aus, die Texte könnten nur Stilproben und Landeübungen in einer neuen Stilperiode dieses Autors sein.
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