Begünstigt durch den Kalten Krieg in Europa gelang es einer unheiligen Allianz von Wirtschaft, Staat und Justiz, die berechtigten Forderungen der 12 Millionen Sklavenarbeiter des "Dritten Reiches" über 50 Jahre lang zurückzuweisen. Man setzte nicht ohne Erfolg auf eine "biologische Lösung" des Problems - nur gut eine Million ehemaliger Zwangsarbeiter sind noch am Leben. Klaus Körner stellt die Hauptargumente dar, mit denen die Forderungen zurückgewiesen wurden, eine Skandalchronik der Wiedergutmachungspolitik. Es ist ein schwacher Trost, dass durch die Sammelklagen in USA im Jahr 2000 zumindest eine bescheidene Entschädigung durch einen Entschädigungsfonds erzwungen worden ist.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.03.2002
"Richtig wütend" hat Rezensentin Dorothee Heintze die Lektüre des Buches über die Entschädigungen von Zwangsarbeitern in Deutschland gemacht. Derart ungeheuerlich findet sie die dort dargestellten Ausflüchte, die die jeweilige Regierung gefunden hat, um sich vor Zahlungen drücken zu können. Die Rezensentin meint zustimmend, das Buch sei eine "einzige Skandalchronik", und man könne dem Autor auch in der Verurteilung der jüngsten Versuche einer Entschädigung "nur Recht" geben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 18.02.2002
Sehr überzeugend findet Rezensent Rudolf Walther Klaus Körners Untersuchung, wie Politik, Wirtschaft und Justiz in der BRD "in bewährtem Zusammenspiel" über mehr als 50 Jahre verhinderten, das die ehemaligen Zwangsarbeiter "zu ihrem Recht kamen". Walther skizziert kurz die im Band beschriebenen Verhinderungsstrategien, die er als eine einzige Kette von Peinlichkeiten beschreibt. Insgesamt findet der Rezensent die Darstellung Körners so überzeugend, dass er dafür plädiert, den "schmalen, sehr gut geschriebenen" Band in Schulen als "Pflichtlektüre" einzuführen.
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