Krieg, Flucht, Vertreibung, Ostpreußen und Westdeutschland - Versöhnung durch Erinnerung. "Nachkrieg" ist ein anderes "Echolot" deutscher Geschichte
"Nachkrieg" ist ein Roman, der sich aus den Resten einer untergegangenen Welt zusammensetzt, gefunden von einem Stimmensammler, einem Protokollanten des Vergangenen. Aus Tagebuchaufzeichnungen zweier Onkel, die bei Kriegsende starben, aus Briefen, Erzählungen, Reisenotizen, essayistischen Reflexionen und verschlungenen Spuren setzt sich die berührende Nachkriegs-Autobiografie von Klaus-Jürgen Liedtke zusammen.
Im Nachleben eines verschwundenen Dorfes, das nur noch als Gerücht und in Ruinen und Fundamenten weiterlebt, wird der Untergang des deutschen Ostens in einem detailgenauen Panorama vergegenwärtigt. Es sind die Traumata eines Überlebens - vom Nachkrieg bis in die heutige Zeit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 10.08.2018
Dirk Pilz schätzt die Unordentlichkeit dieses Buches von Klaus-Jürgen Liedtke, seine "spröde Schönheit". Was der Berliner Autor über seine ostpreußischen Wurzeln aufschreibt, entbehrt laut Rezensent der Chronologie und der Ordnung, entspricht jedoch gut dem Trümmerhaften der Erinnerung. Über Heimat berichtet der Autor also essayistisch mit Hilfe von Fotos, Artikeln, Gedichten und den Erzählungen von Menschen, erklärt Pilz, genau, aber die Grenzen zwischen Dokumentieren und Erzählen dauernd überschreitend. Dass Pilz beim Lesen der Kriegs- und Vertriebenengeschichten den Überblick verliert, scheint diesem nichts beschönigenden Erinnern durchaus gemäß zu sein.
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