Der neue Band zeigt Niklas Luhmann in einer Doppelrolle: Zum einen tritt er als "öffentlicher Soziologe" auf, der wie damals in der Nachkriegszeit die Abendstudio-Gäste Adorno und Gehlen, Horkheimer und Schelsky wissenschaftlich ein durchaus gemischtes Publikum bedient. Luhmann wendet sich auch an Abiturienten und Kommunisten und tritt in nicht unmerkwürdiger Gesellschaft auf: in linken und rechten, in ungenderisierten und feministischen Alternativblättern, bei SPIEGEL und FOCUS, in Talks mit einem links verorteten politischen Theologen, aber auch mit einem Rasseforscher. Zum anderen wird hier Niklas Luhmann als "Popstar ohne Zettelkasten" sichtbar, mit fast schon sprichwörtlich trockenem Humor.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.12.2014
Das Gerede über Luhmann geht Jakob Schrenk gehörig auf die Nerven. Statt jedes nachgelassene Wort des großen Soziologen zu publizieren und mit Anmerkungen zu versehen, meint er, solle man lieber selber nachdenken. Zum Beispiel über diesen Band von Klaus Dammann. Schrenk macht's vor und kommt zu dem Ergebnis: Die hier abgedruckten Gespräche mit Luhmann über Paarbeziehungen, die EU oder Bürokratie sind lesenswert, weil sie die Bedeutung der Systemtheorie erahnen lassen. Vieles davon sowie auch die Anmerkungen des Herausgebers scheinen dem Rezensenten allerdings schlicht überflüssig.
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