Klas Östergren

Porträt eines Dandys

Roman
Cover: Porträt eines Dandys
Kein und Aber Verlag, Zürich 2011
ISBN 9783036955667
Gebunden, 545 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Aus dem Schwedischen von Regine Elsässer. Südschweden, Frühling 2008: Nur noch wenige Minuten bis zur digitalen Übertragung von "La Boheme" aus der New Yorker Metropolitan Opera in einem kleinen Kino auf dem Lande. Minuten, die Claes Leben schlagartig durcheinanderbringen, denn im Foyer trifft er auf Madeleine, mit der ihn in den fernen 80er Jahren eine düstere Geschichte verband. Und so wird er in eine Zeit zurückversetzt, die er längst hinter sich glaubte, ist mit einem Mal wieder mitten drin in dieser glitzernden Dekade voller Verheißungen, schnellem Geld und tiefgreifenden Veränderungen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.08.2011

Mit langem Mantel und Krawatte sieht Kristina Maidt-Zinke Schwedens meistgelesenen Schriftsteller Klas Östergren durch die nächtlichen Stockholmer Straßen flanieren und liest seinen Roman "Porträt eines Dandys" als Selbstporträt eines leicht nostalgischen Räsoneurs. So schön wie auch für immer vergangen ist die Zeit, in die Östergrens Gedanken schweifen. Das sozialparadisische Idyll des schwedischen "Volksheims" der späten 80er Jahre, bereits überschattet vom Mord an Olof Palme und der heraufziehenden Ideen des Neoliberalismus, ist das gesellschaftliche Tableau vor dem Östergrens Alter Ego Claes beunruhigt in die Zukunft blickt. Den "vielfältig retardierten, immer wieder abschweifenden Erzählduktus" findet Kristina Maidt-Zinke zwar stilsicher, aber ein wenig eigenbrötlerisch, und so erscheint ihr Östergrens Dandy-Porträt an   seinen schwächsten Stellen zu geschwätzig, an seinen besten komisch und makaber.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.07.2011

Der Roman spielt im Schweden der achtziger Jahre, zu einer Zeit, als altmodische sozialdemokratische Bescheidenheit von politischer und wirtschaftlicher Profigier und künstlerischen postmodernen Spielereien abgelöst wurden, schreibt Rezensent Aldo Keel. Hauptfigur ist der "Konzeptkünstler und Yuppi" Jörgen, der ein sündhaft teures Gemälde ersteigern und übermalen will. Als ihm dies nicht gelingt, stellt er es mit allerhand Mätzchen nach. Keel fand das Buch, das mit allerhand grundsätzlichen Überlegungen zu Kunst und Geld durchzogen zu sein scheint, "anregend".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.06.2011

Christiane Pöhlmann ist erstaunt, wie es dem Autor gelingt, unserer Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten, und dass, obwohl sein Dandy-Roman in den Achtziger Jahren in Stockholm spielt, ganz ein "Plädoyer für unerschrockenes Denken". Pöhlmann folgt der Handlung, die auf eine spektakuläre (Selbst-)Installation des Dandys Jörgen hinausläuft, wie einem Krimi. Nur dass Klas Östergren bis zuletzt gesellschaftskritisch bleibt, wie Pöhlmann schreibt, und nicht in allgemeiner Zufriedenheit endet wie ihrer Ansicht nach die meisten Krimi-Auflösungen. Das zentrale Motiv des Tabuverstoßes bleibt also bis zum Schluss gültig. Die Spannung bleibt bestehen, freut sich die Rezensentin, wenn die Auflösung hier auch ein wenig schal gerät, wie sie anmerkt. Dass der Autor für ihre Begriffe manchmal ruhig ein bisschen ökonomischer hätte erzählen dürfen, bleibt für Pöhlmann allerdings nur ein Wermutstropfen.
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