Klas Östergren

Ins Licht gerückt

Drei Novellen
Cover: Ins Licht gerückt
Kein und Aber Verlag, Zürich 2015
ISBN 9783036957210
Gebunden, 288 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Aus dem Schwedischen von Regine Elsässer. "Ins Licht gerückt" werden drei sehr unterschiedliche Persönlichkeiten: Da ist die erfolgreiche Politikerin in Brüssel, die sich in ein Netz aus Lügen und Erpressung verwickelt sieht, weil sie bei einem Banküberfall die falschen Worte gesagt hat. Da ist der schweigsame Einzelgänger, der plötzlich als jovialer Mensch auftreten möchte, was verheerende Folgen nach sich zieht. Und da ist der Autor für Soap-Operas, ein zynischer und unglücklicher junger Mann, der sein Leben und seine Werte von Grund auf infrage stellen muss.
Der Erzähler blickt seiner heimlichen Geliebten, dem ehemaligen Freund und dem jungen Bewunderer in die Seele und entdeckt Überraschendes - keiner ist so, wie er vordergründig scheint.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.12.2015

Knapp, aber begeistert bespricht der puh. zeichnende Rezensent Klas Östergrens drei Novellen, die nun unter dem Titel "Ins Licht gerückt" erschienen sind. Die drei ebenso rätselhaften wie eleganten Texte, die etwa von einer erotomanen Politikerin oder einem schweigsamen U-Bahn-Fahrer erzählen, bestechen nicht nur durch ihre "romanische Eloquenz", sondern auch durch klare und durchdachte kritische Reflexionen über die jüngere Vergangenheit, etwa die Siebzigerjahre, meint der Kritiker. Vor allem aber lobt er das Talent des schwedischen Autors, in seinen kunstvoll gemeißelten Sätzen ein außergewöhnliches Gespür für besondere zwischenmenschliche Momente unter Beweis zu stellen. Und dann ist dieses bemerkenswerte Buch auch noch äußerst amüsant, schließt der Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.07.2015

Bei diesen unter dem Titel "Ins Licht gerückt" erschienenen Erzählungen des schwedischen Autors Klas Östergren gerät der hier rezensierende Schriftsteller Jan Koneffke ins Schwärmen: Östergren gelingt es, Erzähltheoretisches ganz ohne Selbstreferentialität fast nebenbei einzuflechten, Individuelles mit Gesellschaftlichem zu verknüpfen, dabei sinnlich, rätselhaft, spannend und doch klar und scharf zu erzählen, lobt der Kritiker. Entsprechend fasziniert folgt Koneffke dem namenlosen Ich-Erzähler, der die verschiedenen Figuren betroffen und zugleich deutend beobachtet, und dabei einen Einblick in den Paradigmenwechsel vom "generellen Negativismus" der siebziger Jahre zum Einverständnis mit dem Zeitgeist der neunziger Jahre in der schwedischen Gesellschaft gewährt. Nicht zuletzt dank der witzigen Dialoge hat sich der Rezensent mit diesem virtuosen Buch über die "Qual des Nicht-Lebens" auch noch bestens amüsiert.
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