Kim Christian Priemel, Alexa Stiller

NMT

Die Nürnberger Militärtribunale zwischen Geschichte, Gerechtigkeit und Rechtschöpfung
Cover: NMT
Hamburger Edition, Hamburg 2013
ISBN 9783868542608
Gebunden, 928 Seiten, 49,00 EUR

Klappentext

Die zwölf Verfahren vor dem Nürnberger Militärtribunal (NMT), in denen amerikanische Ankläger zwischen 1946 und 1949 die Funktionseliten aus Militär, Bürokratie, Partei und Wirtschaft des "Dritten Reiches" vor Gericht stellten, standen lange Zeit im Schatten des ersten, sogenannten Hauptkriegsverbrecherprozesses. Und doch sollten die Verfahren der Nürnberger Militärtribunale historisch wie juristisch eine erhebliche Wirkmacht entfalten. Denn die Ermittler und Staatsanwälte stellten sich eine hochkomplexe Aufgabe: Es sollten nicht nur die Verantwortlichen auch jenseits der unmittelbaren Täter zur Rechenschaft gezogen und juristische Präzedenzfälle geschaffen, sondern zugleich sollte eine historisch korrekte Lesart der natio nalsozialistischen Herrschaft etabliert werden.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.11.2013

Der hier rezensierende Historiker Norbert Frei zeigt sich erfreut, dass mit dem von Kim C. Priemel und Alexa Stiller herausgegebenen Band nun eine ausführliche Darstellung der Nürnberger Nachfolgeprozesse vorliegt. Von den drei Teilen des Buches findet er den dritten, in dem der Leser genaue Zahlen und Tabellen zu den Prozessen einsehen kann, am nützlichsten. Doch auch die Aufsätze zahlreicher Historiker ("erfreulich quellennah") und die umfassende verfahrensrechtliche Darstellung der Prozesse überzeugen ihn. Das Buch sei zwar keine Gesamtdarstellung - eine solche über ein derart weitgreifendes Thema zu verfassen, scheint dem Rezensenten auch nahezu unmöglich - aber sehr fundiert recherchiert und dicht geschrieben.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 13.08.2013

Der Völkerrechtler Wolfgang Kaleck bespricht zwei neue Bände zur Praxis internationaler Strafjustiz, die ihm zeigen, wie sehr sich das Thema in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Sehr interessant findet der Rezensent den band der beiden jungen HistorikerInnen Alexa Stiller und Kim Priemel, die sich die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse näher ansehen. Sehr wichtig findet er ihre Erkenntnis, dass sie die Grundlage dafür gelegt haben, individuelles Verantwortung in systemischem Unrecht zu ahnden. Auch wenn dann aufgrund der veränderten Großwetterlage die völkerstrafrechtliche Praxis in Nürnberg etwas "dürftig" blieb, machen die Autoren nach Darstellung des Rezensenten sehr klar, dass die Aufsätze und Überlegungen der beteiligten amerikanischen Juristen dennoch enorme Maßstäbe gesetzt haben, die an Gültigkeit nicht verloren haben, gerade auch was die Verantwortung von Privatunternehmen betrifft.

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