Aus dem amerikanischen Englisch von Anna-Christin Kramer und Jenny Merling. Rachel ist überglücklich: Ihr Freund Nick möchte sie endlich seiner Familie in Singapur vorstellen. Doch schon kurz nach ihrer Ankunft in Asiens schillerndster Stadt wird Rachel klar, dass Nick aus der obersten Schicht der Superreichen stammt, einem geschlossenen Kreis, der unermessliche Reichtümer besitzt. Plötzlich sieht sie sich konfrontiert mit schrillen Verwandten, glamourösen Nebenbuhlerinnen und Privatjets mit ayurvedischen Yogastudios. Welchen Wert hat Liebe in dieser maßlosen Welt?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.08.2019
Laut Rezensentin Jutta Person warnt dieser Roman davor, sich märchenhaften Reichtum zu wünschen, bleibt dann aber doch dem Aschenputtel-Motiv treu. Als ein chinesischer Milliardärssprössling mit seiner Normalo-Freundin von den USA nach Singapur reist, stehen die asiatischen oberen Zehntausend Kopf, weil eine der besten Partien Asiens an eine mittellose ABC (American Born Chinese) verloren zu gehen droht, fasst die Kritikerin zusammen. Zwar fand Person die "Reichenfreakshow", die Kwan hier zeichnet, mit ihren vielen "schmissigen Dialogen" durchaus unterhaltsam, aber für revolutionär hält sie die Ausstellung obszönen Reichtums in der Literatur schon lange nicht mehr. Was bleibt, ist ihrer Meinung nach nichts weiter als eine "sanfte Komödie".
Rezensentin Katharina Borchardt hat sich - man meint geradezu widerwillig - amüsiert mit diesem Roman über eine Amerikanerin mit chinesischen Wurzeln, die mit ihrem Freund nach Singapur reist und dort von dem unerwarteten Reichtum seiner Familie erschlagen wird. Das ist superflach, mit jeder Menge BlingBling erzählt und kaum mehr als ein schriller "Aschenputtel-Verschnitt", erklärt sie. Aber die Intrigen, mit denen die dekadente Verwandtschaft ihres Freundes die nichtsahnende Protagonistin von ihrem guten Fang abhalten will, hat immerhin "viel situativen Witz", gibt sie zu. Und wenn die Rich Kids aus Singapur über die ach so vulgären Neureichen aus China lästern, lernt sie sogar noch was über innerasisatische Geschichte. Na bitte!
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