Aus dem Italienischen von Karin Fleischanderl. Ein abgehalfterter Anwalt zwischen Integrität und schönem Leben. Anwalt Valentino Bruio ist am Arsch. Die Anwaltskammer droht ihm mit Ausschluss, er ist pleite und hat gerade einen schwarzen Immigranten abgewiesen, der von seinem Kind in Not erzählte. Er hat Loser als Klientel einfach satt. Als er aber erfährt, dass der Mann getötet wurde, gerät Bruio in eine moralische Krise. Mit Freunden aus der schwarzen Community Roms beginnt er eine Untersuchung. Sie führt ihn in die Villa der mächtigen Familie Alga-Croce. Die Konfrontation mit dem rätselhaften Patriarchen Noè öffnet ihm den Blick auf Machtgier und grenzenlose Amoralität der Oberschicht. Seine Zuneigung zur Tochter des Hauses aber stellt Bruio vor ein Dilemma.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 30.11.2024
Giancarlo de Cataldos Protagonist, der Anwalt Valentino Bruio, steckt sowohl beruflich als auch privat in einer miesen Phase, erzählt Rezensent Ulrich Noller, als er einen potenziellen Mandanten wegschickt. Doch am nächsten Tag ist dieser, ein Migrant, tot und Bruio begibt sich in die entsprechenden Milieus Roms: Eine rasante Geschichte, deren zynischer Erzähler trotzdem nicht verbergen kann, dass er eigentlich ein Menschenfreund ist, so Noller. Er freut sich, dass Cataldo hier die schnellen Schnitte und die harte Sprache eines Noir mit einem gesellschaftskritischen Anspruch verbindet, um einen äußerst lesenswerten Roman zu schreiben, dessen Thematik leider seit der italienischen Erstveröffentlichung 1989 aktuell geblieben ist.
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