Es läuft etwas schief auf den Straßen: Der Autoverkehr nimmt ständig zu, die Stimmung wird immer gereizter, jedes Jahr sterben tausende Menschen bei Unfällen, hunderttausende werden verletzt. Fortschritte bei der Reduktion des Schadstoffausstoßes? Fehlanzeige. Kerstin E. Finkelstein fordert deshalb: Wir müssen endlich umdenken und entschieden handeln! Sie legt die Fehlentwicklungen in der Verkehrspolitik offen und zeigt, wie sich diese beheben ließen: indem die jahrzehntelange Bevorzugung des motorisierten Individualverkehrs beendet und das Fahrradfahren attraktiver gemacht wird. Dabei betrachtet sie Stadt und Land und beschreibt Konzepte, die helfen, mehr Menschen aus dem Auto aufs Rad zu holen. Auch die Bedeutung von Leihrädern, E-Scootern, E-Tretrollern und des öffentlichen Personennahverkehrs wird diskutiert. Ein schwungvolles Plädoyer für eine nachhaltigere Verkehrspolitik in Deutschland.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.03.2020
Rezensent Philipp Krohn füchtet, dass die Journalistin Kerstin E. Finkelstein mit ihrem Plädoyer für eine neue Fahrradpolitik nur die offenen Türen der Radlobby einrennt und die Autofahrer nicht erreicht. Das liegt laut Krohn daran, dass die Autorin die Autofahrer in einem "aktivistisch anmutenden Ton" angeht. Ihre mit Beispielen illustrierte Idee zur Reduzierung des Individualverkehrs gerät dabei in den Hintergrund, ahnt Krohn. Trifftig, aber zu wenig geht die Autorin für Krohn auf verkehrspolitische Schlussfolgerungen und Vorbilder wie Kopenhagen oder Bremen ein. Das Buch, laut Krohn ein Mix aus Fakten, Polemik und Programm, verdient dennoch Aufmerksamkeit, findet der Rezensent.
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