Aus dem Englischen von Gerhard Grotjahn Pape. Über ein Vierteljahrhundert lang hat Lemona in einem nigerianischen Gefängnis gesessen. Jetzt wartet sie auf ihre Hinrichtung. Am letzten Tag ihres Lebens erhält sie Besuch. Es ist eine junge Frau, Ola, deren Eltern von Lemona getötet wurden. Ihr erzählt Lemona ihre Geschichte: Ihre Kindheit in Armut, die Freundlichkeit, die ihr von den Menschen, die sie aufnahmen, entgegengebracht wurde, ihr Versuch, in der Stadt ein menschenwürdiges Leben zu führen, Missbrauch, Ausbeutung und Verrat durch die Männer, die sie kennen lernte und die zu ihrem Untergang führten. Ola hört zu und gelangt zu einer neuen und unerwarteten Sicht auf ihre eigene Geschichte.
Dieter Borchmeyer bespricht diesen Roman im Licht des Schicksals seines nigerianischen Autors, das wahrlich erschütternd ist. Gut unterrichtet beschreibt der Rezensent den Lebensweg des Schriftstellers und Menschenrechtlers, der wegen seines Engagements für die Rechte der Ogoni 1995 hingerichtet wurde. Sein letzter Roman, den er aus dem Gefängnis geschmuggelt habe, spiegele sein eigenes Ende, denn die Romanheldin werde wie der Autor am Ende hingerichtet, bemerkt der bestürzte Rezensent. Man merke dem Text die Umstände an, unter denen er entstanden sei, denn es finde sich "vieles Krude, mangelhaft Motivierte, Unausgefeilte in der Handlungsführung und Charakterisierung der Personen". Zudem sei der Übersetzer auf Schwierigkeiten bei der Übertragung des verwendeten "rotten English" gestoßen - die einzige der über 400 Sprachen Nigerias, die allgemein verstanden wird, wie Borchmeyer weiß. Es sei mit "mehr oder weniger Erfolg" gelungen, dieses im Grunde unübersetzbare Idiom ins Deutsche zu bringen, so der Rezensent verständnisvoll. Wenn also der Roman "nicht wirklich bedeutend" sei, so stelle er doch ein wichtiges Testament eines "Märtyrers der Menschenrechte" dar, das als solches zu würdigen sei, beschließt Borchmeyer seine Rezension.
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