Aus dem Amerikanischen von Henning Dedekind. T. Christian Miller und Ken Armstrong erzählen die wahre Geschichte der 18-jährigen Marie, die, als sie bei der Polizei ihre brutale Vergewaltigung anzeigt, nicht als Opfer, sondern als Verdächtige behandelt wird. Die Beamten bezichtigen sie der Falschaussage und statt den Täter zu suchen, wird Marie selbst vor Gericht gebracht. Mehr als zwei Jahre später kommen zwei couragierte Kriminalbeamtinnen, die eine Verbindung zu weiteren Vergewaltigungsfällen herstellen, einem brutalen Serientäter auf die Spur und bringen am Ende die schockierende Wahrheit ans Licht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.07.2019
Hannes Hintermeier blickt in einen Abgrund mit dem Buch von T. Christian Miller und Kent Armstrong. Der Abgrund besteht laut Rezensent einerseits aus den bis ins Detail geplanten, perfiden Vergewaltigungstaten von Marc O'Leary im amerikanischen Bundesstaat Washington zwischen 2008 und 2011, andererseits aus dem Umgang der Strafjustiz mit Vergewaltigungen in der Rechtsgeschichte bis heute, den die beiden Journalisten neben dem Fall nachzeichnen. Bemerkenswert findet Hintermeier nicht nur die Recherchearbeit der beiden Autoren, sondern auch ihre dezente und genaue Herausgehensweise. Die Rekonstruktion des Falls anhand von Interviews und die Wendung des Textes ins Grundsätzliche hält der Rezensent für gleichermaßen beeindruckend.
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