Aus dem Englischen von Enrico Heinemann. Das Problem, über das sich Pascal und Fermat brieflich austauschten, war nur ein abgebrochenes Glücksspiel. Doch was sie dabei entdeckten, sollte unsere Ansicht über die Zukunft revolutionieren. Die von ihnen erfundene Methode, die Wahrscheinlichkeit zu berechnen, mit der bestimmte Ereignisse eintreten, hat viele Errungenschaften der modernen Welt - vom Versicherungs- und Kreditwesen über Risikoabschätzungen und Kosten-Nutzen-Analysen bis hin zu Wetterprognosen und Demoskopie - erst ermöglicht. In seinem Buch erzählt Devlin, wie Mathematik, und Wissenschaft überhaupt, gemacht wird.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.12.2009
Nun ja, wer dieses Buch lesen will, sollte wohl bereit sein, sich auf ein paar knifflige Probleme gefasst zu machen. Der Rezensent Thomas de Padova versichert zwar, dass der als Guardian-Reporter im Vulgarisieren geübte Autor Keith Devlin die Thematik unterhaltsam aufbereitet, aber es handelt sich nun mal um die Geschichte mathematischer Probleme, die zuweilen ein Hineindenken (und manchmal ein Kapitulieren) erfordern. Interessant scheint das Buch gerade in heutigen Tagen, wo gern über den "Kasino-Kapitalismus" geunkt wird, allemal. Denn es zeigt, wie der Geist des modernen Kapitalismus, und vor allem die sich nach allen Seiten absichernde Versicherungsmathematik, aus Problemen entsteht, die zuerst im Glücksspiel, etwa beim Würfeln, aufgeworfen werden. Das Glücksspiel liegt also am Ursprung heutigen abgesicherten Wohlstands! Ein Brief Pascals an den Mathematiker Fermat ist laut de Padova Ausgangspunkt des Buchs, das er als ebenso anregend wie lehrreich empfiehlt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.10.2009
Rezensent Burkhard Müller hat sich ganz gefesselt in Keith Devlins Darstellung der historischen Anfänge der Wahrscheinlichkeitsrechnung vertieft. Er ist sich sicher, dass hier auch diejenigen Leser auf ihre Kosten kommen, die nicht gerade für mathematische Formeln schwärmen. Der britische Mathematikprofessor und Wissenschaftsjournalist Devlin zeichne nicht nur die Pioniere der Wahrscheinlichkeitsrechnung Blaise Pascal und Pierre de Fermat, ein "hinreißendes Scheusal" überaus lebendig. Er verstehe es auch, dem mehr oder weniger geneigten Leser die mathematischen "Abstraktionen", um die es hier geht, zu "versüßen" und zu veranschaulichen, freut sich der Rezensent. Und so werde selbst die "Zwillingsformel" Pascals für Nichtmathematiker schließlich dahingehend "fasslich", dass es allemal sicherer ist, an die Existenz Gottes zu glauben als Atheist zu sein, so Müller sehr eingenommen.
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