Reviel Netz, William Noel

Der Kodex des Archimedes

Das berühmteste Palimpsest der Welt wird entschlüsselt
Cover: Der Kodex des Archimedes
C.H. Beck Verlag, München 2007
ISBN 9783406563362
Gebunden, 303 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Thomas Filk. Unlängst wurden in einem Gebetbuch für Mönche aus dem 13. Jahrhundert verloren geglaubte Texte und Zeichnungen des antiken Mathematikers Archimedes entdeckt. Die verborgenen Handschriften, die von Wissenschaftlern nun allmählich wiederhergestellt und lesbar gemacht werden, zeigen, dass Archimedes vor 2200 Jahren Überlegungen anstellte, die seiner Zeit und selbst einem Isaac Newton weit voraus waren. Archimedes hat den Wert der Zahl Pi entdeckt, eine Theorie der Gravitation aufgestellt und die Wahrscheinlichkeitsrechnung vorweggenommen. Alles, was wir über Archimedes wissen, geht auf drei Handschriften zurück, von denen zwei verschollen sind. Die dritte ist dieses Palimpsest - der ursprüngliche Text wurde abgeschabt, das Buch zerpflückt und das Pergament sodann neu beschrieben. William Noel und Reviel Netz erzählen die fesselnde Geschichte der Entdeckung und Entzifferung des unschätzbar wertvollen Textes und erklären, warum er so bedeutend ist. Ihr Ergebnis lautet: Die Geschichte der Wissenschaft und der Mathematik muss neu geschrieben werden.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.11.2007

Die Faszination angesichts des Archimedes-Codex ist dem Rezensenten anzumerken. Die vorliegende Monografie, die sich mit der Herkunft und der Bedeutung sowie mit der wissenschaftlichen Erschließung der Handschrift befasst, wie Helmuth Schneider mitteilt, hat dem Rezensenten außerdem einen "gründlichen" Einblick in die Historie antiker Texte gewährt. Weniger erkenntnisfördernd fand Schneider den Aufbau des Bandes mit seinen vielen Kurzkapiteln, deren Verfasser für den Rezensenten zudem oft nicht eruierbar waren. Dass Quellenangaben "grundsätzlich" fehlen, quittiert Schneider mit Unverständnis, insbesondere, wenn sie zu Ludvig Heiberg zurückführen, dem die Autoren laut Schneider nicht wenig verdanken.

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