dtv, München 2026
ISBN
9783423285193 Gebunden, 256 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Dort, wo es rau und windig ist, manchmal auch eisig kalt, und wo ein großer Himmel alles überwölbt, wird 1959 Greta geboren. Nicht in einer Klinik - der Weg ist zu weit -, sondern mit Hilfe der Dorfhebamme in dem Landarbeiterhäuschen ihrer Großeltern. In diesem Landstrich an der Grenze zu den Niederlanden wächst das Mädchen auf, eingefügt in das Dasein ihrer Vorfahren, und doch gibt es Veränderungen - langsam, aber stetig schreiten sie voran. Straßen werden geteert, Fernseher und Wäscheschleuder halten Einzug, man schafft sich ein Moped und schließlich ein Auto an, ja insbesondere das Leben der Frauen ändert sich: Geburten, Mutterschaft, Familie, alles unterliegt dem Wandel.
Rezensent Nico Bleutge wird nicht glücklich mit Katrin de Vries' Roman. Die Autorin erzählt von einem kleinen Nest im Ostfriesland der 1950er und 1960er - hier ist das Leben überschaubare, eine in der Nähe gelegene Kleinstadt ist ein wichtiger Horizont für die Bewohner. Durchaus geschickt springt die Erzählperspektive zwischen verschiedenen Figuren hin und her, außerdem sammelt das Buch jede Menge lebensnahe Details an. Insgesamt ist das alles jedoch, kritisiert Bleutge, zu schematisch gedacht. Etwa, wenn Privates immer wieder in derselben Art mit dem Aufkommen technologischer Neuerungen verknüpft wird. Auch die etwas klischeehaften Gegenüberstellungen von kleinen Leuten und großen Industriellen sowie eine platte Skepsis gegenüber der Moderne gehen Bleutge auf den Geist. Nicht zuletzt der "bisweilen betuliche und lehrbuchhafte Tonfall" nimmt den Rezensent gegen diese Veröffentlichung ein.
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