Aus dem Englischen von Irma Wehrli. Mit einem Essay von Virginia Woolf und einem Nachwort von Dörte Hansen. Gute Tage, schlechte Tage, Augenblicke himmlischer Glückseligkeit oder solche tiefer Bestürzung - aus allem macht Katherine Mansfield reinste Poesie. Ihr Tagebuch gewährt Einblick in ein bei aller Kürze überreiches Leben: überreich an Hochgefühlen und Selbstzweifeln, überreich an musischen Begabungen, Liebeswagnissen, Dramen und Schicksalsschlägen. Die Auswahl reicht von ersten Talentproben der zwölfjährigen Neuseeländerin Kathleen Beauchamp bis hin zur brillanten Tagebuchprosa einer gereiften Schriftstellerin. Hier in Neuübersetzung vorgelegt, faszinieren die Texte durch gedankliche Tiefe, Intimität, Empfindungsreichtum und den Zauber der poetischen Weltbetrachtung.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.01.2019
Rezensent Werner von Koppenfels haben die wechselhaften Bekenntnisse eines "hypersensitiven Bewusstseins", das er Katherine Mansfield attestiert, stark fasziniert: Leidenschaft attestiert er den Tagebuchnotizen dieser in Extremen denkenden Autorin, die hier nicht davor zurückgeschrecke, ihre Beziehungen und die eigenen Antriebe schonungslos zu sezieren, so der Kritiker. Zwischen den, wie er findet, genialischen Beobachtungen einer Schriftstellerin, die um ihr Talent wusste und es fast manisch bis zu ihrem frühen Tod ausschüttete, finden sich laut Rezensent auch hochinteressante Briefe und Selbstgespräche. Als einzigen Wermutstropfen hat der Kritiker es empfunden, dass der Herausgeber seine Auswahl nirgendwo begründet, denn die ist für Koppenfels' Geschmack ein wenig knapp ausgefallen, hängt doch seiner Meinung nach bei Mansfield "alles mit allem zusammen".
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 18.01.2019
Rezensentin Verena Auffermann freut sich über die Wiederentdeckung der in Neuseeland geborenen Schriftstellerin und Publizistin Katherine Mansfield - auch wenn sie die hier versammelten "Vignetten eines Frauenlebens" aus den Jahren 1903 bis 1922 nicht unbedingt Mansfield-Neulingen empfehlen möchte. Denn während Virginia Woolf, von der ein Essay über Mansfield der Ausgabe beigefügt ist, die "Offenlegung des Gemüts" der Autorin, die hier körperliche Schmerzen, Sehnsüchte und Enttäuschungen notiert, bewunderte, entdeckt die Kritikerin eher "Randverzierungen" zu den ihrer Meinung nach wesentlich lesenswerteren Kurzgeschichten der Autorin.
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