Katharina Krause

Hans Holbein der Ältere.

Cover: Hans Holbein der Ältere.
Deutscher Kunstverlag, Berlin 2002
ISBN 9783422063839
Gebunden, 419 Seiten, 88,00 EUR

Klappentext

Mit 20 Farbtafeln und 228 schwarzweißen Abbildungen. Überblick über das gesamte Ouvre des Malers und Zeichners Hans Holbein des Älteren. Dem Tafelbild widmet diese Monographie ebenso ihre Aufmerksamkeit wie der zeichnerischen Vorbereitung der Retabel oder den hervorragend mit sparsamsten Mitteln charakterisierten Bildniszeichnungen, bei denen die Vorliebe für porträthafte Individualisierung ins Auge fällt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.02.2003

Katharina Krauses Monografie über Hans Holbein den Älteren (1460/70-1524) hat Rezensentin Christiane Kruse im großen und ganzen überzeugt. Wie Kruse ausführt, sucht die Autorin das veraltete Holbein-Bild, das den Maler als "letzten großen Naiven der deutschen Malerei" klassifizierte, zu revidieren, um eine neue Perspektive auf sein Leben und Werk zu eröffnen. Dabei hat die Autorin nach Ansicht Kruses Nüchternheit zum Programm erhoben. Die Rezensentin hebt hervor, dass Krause anhand Holbeins Malerei überkommene Meinungen über historisches Stilbewusstsein und systematische Stilbegriffe wie Individualstil und Nationalstil revidiert, denn Holbeins Holbeins Bilder antworteten auf eine Vielzahl von Faktoren. Ihr methodisches Rüstzeug erprobe und exemplifiziere Krause bei ihrem chronologischen Durchgang durch Holbeins Hauptwerke, der eine Fülle von Informationen über Auftraggeber, Auftragsmodalitäten, Zunftwesen und Sozialstruktur einer oberdeutschen Reichsstadt bietet, hält Kruse fest. Wie befreit von den Zwängen seiner repräsentativen Aufträge zeige sich Holbein dagegen in seinen Zeichnungen. Hier zeigt sich die Rezensentin allerdings befremdet von Krauses Sachlichkeit, "die das immense Ausdrucksvermögen ihres Protagonisten nicht als seine eigentliche Originalität begreift, sondern ostinat nach Funktionen der verschiedenen Gattungen (Muster, Reinzeichnungen, Studien) für die großen Retabel fragt." Kritisch sieht Kruse auch die Form, die Krause für ihre Darstellung gewählt hat. Die guten und interessanten Argumente der Studie wären ihres Erachtens in thematisch gebündelter Perspektive besser zur Geltung gekommen.
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