Mit 90 schwarzweißen Abbildungen. Der interdisziplinär angelegte Band versammelt Aufsätze, die sich der Frage nach der Beziehung von Kunstwerken zum ästhetischen und zu anderen Diskursen in Fallstudien widmen. Der Schwerpunkt liegt auf Italien in der Frühen Neuzeit. Die paradoxe Formulierung vom "stummen Diskurs der Bilder" verweist auf die grundlegende okzidentale Definition der Malerei, die Plutarch dem Simonides von Keos zuschreibt: Malerei sei "stumme Poesie", wie Dichtung umgekehrt "sprechende Malerei" sei. Diese "Sprachfähigkeit" des Bildes beleuchten die Beiträge in verschiedenen Aspekten: Es geht um den Bezug von Bildern zum theoretischen beziehungsweise ästhetischen Diskurs der Zeit und zu außerkünstlerischen Diskursen wie dem historischen oder mathematischen sowie um die Reflexion der eigenen Bildlichkeit. Das Denkmodell des Diskurses macht es möglich, die beiden Bereiche Theorie(korpus) und künstlerische Praxis nicht mehr als distinkte Blöcke zu betrachten. In Modellen der Interpretation, die das Gewicht auf den dialogischen Bezug der verschiedenen Größen zueinander legen, situieren sich die Texte wie die Bilder in einer Gesamtheit von visuellen und verbalen Zeugnissen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.01.2004
Wie sprechen Bilder? Wie verhalten sie sich zur Dichtung? Womit sich schon Simonides und Lessing beschäftigten, das ist auch Thema dieses "inspirierten" Sammelbandes, bei dessen Lektüre Christiane Kruse einer "Versöhnung" des berühmten "linguistic turns" mit seinem Nachfolger, dem "iconic turn" beiwohnte. Kunsthistoriker und Literaturwissenschaftler haben vergleichende Blicke auf die Malerei und die Dichtung der vornehmlich italienischen Frühneuzeit geworfen und umkreisen den Begriff einer "Interpiktualität" - zugegeben, ein "Unwort", aber die qualitativ zumeist überzeugenden Texten füllen es mit interessanten "Perspektiven auf die Dislursgemeinschaft von Bildern und Texten".
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