Kaspar Schnetzler

Die Gilde

Roman
Cover: Die Gilde
Bilger Verlag, Zürich 2002
ISBN 9783908010609
Gebunden, 320 Seiten, 25,80 EUR

Klappentext

"Und ich, ehrenwertes Mitglied der Chirurgengilde, will nicht aufhören, solange ich Mitglied der Gilde bin, wovon mich nur der Tod entbindet, im menschlichen Leib nach den Orten zu suchen, wo die Ursachen für jedes Verhalten des Menschen, ob gesund oder krank, liegen und zu finden sind." Diesen Eid haben alle sieben Mitglieder des Vorstands der Amsterdamer Chirurgengilde hoch und heilig geschworen. Trotz Missgunst, Eigennutz, Dünkel und Intrigen geniessen sie ein hohes Ansehen als Berufsleute, deren kompetente Tätigkeit nur dem Wohlergehen der Menschen gilt. Am Tag, als Dr. Bartolomäusz Culp interimistischer Vorsteher wird, verliert er die Erinnerung an seine Jugendzeit. Und ein furchtbarer Teufel beginnt ihn zu reiten.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.09.2002

"Die Gilde" ist bereits der zweite Roman des Publizisten und Gymnasiallehrers Kaspar Schnetzler, in dem dieser Historisches und Fiktives vermischt, weiß Rezensent Gieri Cavelty. Auch in dessen neuem Buch findet er diese Mischung meisterhaft gelungen. "Die Gilde" sei nur auf den ersten Blick "eine unterhaltsame Schauergeschichte" à la Patrick Süskinds "Parfum". Für Cavelty ist die Geschichte der nur halbfiktiven Amsterdamer Chirurgengilde, die der Forscherehrgeiz aus dem Bereich der Legalität heraustreibt, ein "faszinierendes Sittengemälde", in dem seiner Meinung nach bewusst unscharf verbliebene Stellen die größte Wirkung erzielen. Dazu gehört, wie er als Beispiel heranzieht, das Einflechten Descartes´ in die Romanhandlung, obwohl dieser zur Erzählzeit eigentlich schon tot ist. So werde der "Wegbereiter der modernen Naturwissenschaften" zum Zeugen davon, welche Blüten der frühneuzeitliche Forschereifer treibe. Für Cavelty ist "Die Gilde" eine auch sprachlich sehr gelungene Parabel auf den heutigen Wissenschaftsbetrieb, an die er nur eine kritische Frage anschließt: müssen tatsächlich jüdische Klischees zur Charakterisierung von Personen herangezogen werden?

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