Karoline Hille

Fünf Malerinnen der frühen Moderne

Suzanne Valadon, Paula Modersohn-Becker, Gabriele Münter, Sonia Delaunay, Ljubow Popowa im Porträt
Cover: Fünf Malerinnen der frühen Moderne
Reclam Verlag, Leipzig 2002
ISBN 9783379007979
Gebunden, 256 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Die vorgestellten Künstlerinnen gehören zu den bedeutenden europäischen Malerinnen des 20. Jahrhunderts. Allerdings fehlt ihnen bis heute vielfach die gebührende Anerkennung: Im kollektiven Gedächtnis der Epoche sind sie nicht präsent. Ihre Bilder sind bekannt, doch über die Frauen, die sie gemalt haben, wissen wir zu wenig. Fürdiesen Band wurden Vertreterinnen unterschiedlicher Kunststile und Richtungen ausgewählt, die deren Entwicklung maßgeblich mitgestalteten. Die Porträts reihen sich so zu einer Passage durch die Geschichte der Malerei.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 04.07.2003

Obwohl die Kunsthistorikerin Karoline Hille kenntnisreich und mit vielen Querverbindungen über die fünf Malerinnen schreibe, bleibt Christiane Meixner am Ende der Lektüre doch ein "zwiespältiger Eindruck". Die Methode, Leben und Werk zu verquicken, hat die Rezensentin nicht überzeugt. All zu oft rutsche Hille ins Klischee ab und komme bei allen Porträts zu "demselben, etwas redundanten" Schluss: "Alle fünf Künstlerinnen sind Opfer der Umstände ihrer Zeit". Dem eigenen Anspruch, die männlich dominierte Rezeption aufbrechen zu wollen, werde Hille nicht immer gerecht, findet Meixner. Als großes Manko hat es unsere Rezensentin empfunden, dass es keine Abbildungen gibt. So bleibe "abstrakt, was Hille anspruchsvoll aufbereite".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 02.01.2003

Elke von Radziewsky schildert, wie sie sich dem angenehm layouteten Band zunächst mit Aufgeschlossenheit näherte, um ihn am Ende genervt zur Seite zu legen. Gerne, so schreibt die Rezensentin, hätte sie sich mit neuen Perspektiven auf die Künstlerinnen Suzanne Valadon, Paula Modersohn-Becker, Gabriele Münter, Sonia Delaunay und Ljubow Popow befasst - doch statt dessen fand sie nur die für sie offensichtlich zum Überdruss bekannte Klage über die Ignoranz einer von Männern dominierten Kunstgeschichte gegenüber diesen Künstlerinnen. Statt der Wiederholung solcher abgegriffenen Erkenntnisse hätte sie lieber den positiven Gegenentwurf einer Kunstgeschichte aus weiblicher Sicht gelesen - schließlich hätte die männliche Version der Kunstgeschichte mit ihren heroischen Avantgarden heute doch abgewirtschaftet. Auch dass der Band auf Illustrationen fast völlig verzichtet, scheint der Rezensentin, die übrigens keineswegs auf übertrieben prachtvolle Bildbände bestehen will, dann doch kontraproduktiv: Wie soll man denn die so dringlich besungenen kunsthistorischen Leistungen der hier vorgestellten Malerinnen da würdigen?
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