Reinhard Appel (Hg.), Karl-Günther von Hase

Preußen

Eco Verlagsgruppe Serges Medien, Köln 2001
ISBN 9783934519800
Gebunden, 318 Seiten, 25,54 EUR

Klappentext

Führt die zeitliche Distanz zu neuen Bewertungen, zu einer Renaissance Preußens, nicht als Staat, aber als eine Orientierung für den Fortbestand der Demokratie? Sind beispielsweise die so genannten "preußischen Tugenden" wieder stärker gefragt? Was bedeutet uns wiedervereinigten, an Europa orientierten Deutschen heute Preußen und welche Gedanken mögen unsere europäischen Nachbarn bewegen? Die Herausgeber Karl-Günther von Hase und Reinhard Appel haben 35 Autoren des In- und Auslands gebeten, sich anhand unterschiedlicher Themenkreise mit dem preußischen Erbe auseinander zu setzen. Entstanden ist ein Panorama dieses "Staates der Widersprüche". Die mit über 300 Bildern, Karten, historischen Aufnahmen und Dokumenten illustrierten Beiträge laden dazu ein, sich ohne ideologische Scheuklappen ein eigenes Bild von Preußen zu machen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.05.2001

Unter den zahlreichen Beiträgen in diesem Band hebt Rainer Blasius besonders die von Johannes Rau, Richard von Weizsäcker, Marion Gräfin Dönhoff und Helmut Schmidt hervor. Während Rau in Sachen Preußen Schwarz-Weiß-Malerei beklagt und für ein differenziertes Betrachten eintritt, so beschäftigen sich von Weizsäcker und Gräfin Dönhoff mehr mit der Tatsache, dass in sich in Hitlers Umfeld kaum Preußen befunden haben, wohl aber unter denen, die Widerstand gegen Hitler geleistet hätten. Angesichts dieser "Preußen-Begeisterung" begrüßt der Rezensent ausdrücklich den etwas distanzierteren Beitrag Helmut Schmidts, der die Ansicht vertritt, preußische Tugenden habe es durchaus auch in anderen Gegenden Deutschlands und Europas gegeben. Besonders gut scheinen dem Rezensenten darüber hinaus auch Schmidt Gedanken über die sich besonders in den sechziger Jahren wandelnde Haltung zu Begriffen wie "Pflicht und Pflichtbewusstsein, Verantwortung und Verantwortungsbewusstsein" zu gefallen. Schmidt warne davor, 'die eigene Geschichte einseitig zu beschönigen'. Und wenn der Altbundeskanzler dann noch für eine breitere historische Bildung eintritt, kann ihm eigentlich keiner mehr widersprechen, findet Blasius.
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