Ausgewählt und mit einem Geleitwort von Peter Demetz. Aus dem Tschechischen von Minne Bley, mit einem Nachwort von Georg J. Morava. Zuerst schloß man ihn wegen freiheitlicher Gesinnung aus dem Priesterseminar aus, später, als man gegen seine spitze Feder nicht mehr ankam, schickte man ihn in die Verbannung und belegte ihn mit einem Publikationsverbot. Die vorliegende Auswahl Polemischer Schriften ist zugleich Porträt eines großen Publizisten, der auf allen Ebenen für mehr Freiheit und Demokratie eintrat, als auch interessanter Einblick in eine Zeit des Übergangs.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.12.2001
Für seine Landsleute ist Karel Havlicek bereits unmittelbar nach seinem Tod "zum populärsten Tschechen" des 19. Jahrhunderts geworden, weiß Karl-Markus Gauß, und sein Schicksal ist "Stoff für manche patriotische Legende". Diese, versichert Gaus, seien zwar in der ersten deutschen Ausgabe seiner "Polemischen Schriften" korrigiert worden, die "mythische Dimension" um den streitbaren und deshalb von der Obrigkeit wenig geliebten Zeitgenossen, der sich in unterschiedlichsten Erzählformen Gehör zu verschaffen suchte, sei aber auch in der von Georg J. Morava "gewichtig kommentierten Ausgabe" durchaus noch spürbar. Gauß reißt ganz kurz die verschiedenen Stationen im Leben Havlieks an, die schließlich im Exil endeten, wo er seine Attacken zum Beispiel auf die tschechischen Spiesser jedoch keineswegs einstellte. Neugierig auf diesen Literaten, der, wie Gauß weiß, "sprachlich die scharfen Gegensätze" liebte, macht vielleicht nicht zuletzt die Tatsache, dass selbst seine Widersacher zu Lebzeiten ihn nach seinem Tod vereinnahmten, wie der Rezensent abschließend bemerkt.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…