Aus dem Tschechischen von Karl-Heinz Jähn, Heinz Czechowski, Brigitte Struzyk, Roland Erb, Barbara Grüning und Uwe Grüning. Der mährische Dichter Ludvik Kundera und der Übersetzer Eduard Schreiber führen durch acht Jahrhunderte tschechischer Dichtung, vom Mittelalter zum Barock und weiter ins neunzehnte und beginnende zwanzigste Jahrhundert. Die Auswahl besticht durch den Reichtum an Themen wie durch formale Vielfalt, nicht zuletzt durch die Qualität der Nachdichtungen, die von renommierten Übersetzern und namhaften Lyrikern geschaffen wurden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.01.2008
Da die tschechische Lyrik sich laut Alena Wagnerova durch äußerste Produktivität und "Kontinuität" seit ihrer Entstehung im 11. Jahrhundert auszeichnet, begrüßt sie erfreut die in der Tschechischen Bibliothek der Deutschen Verlagsanstalt erschienene dreibändige Anthologie mit tschechischen Gedichten. Die Bände, die sich durch hervorragende Übersetzungen auszeichnen, bieten "Liebhabern und Literaturwissenschaftlern" gleichermaßen Einblick in die komplexe und reiche tschechische Lyrik, wobei die Herausgeber hilfreich den historischen Kontext erhellen, lobt die Rezensentin. Im ersten Band, den Ludvik Kundera und Eduard Schreiber herausgegeben haben und der Gedichte von den Anfängen bis 1920 versammelt, findet man spätestens im Barock die ersten bedeutenden tschechischen Lyriker. Hier bedauert die insgesamt durchaus sehr eingenommene Rezensentin, dass der Jesuit Bedich Bridel und der romantische Ausnahmedichter Karel Hynek Machna nur knapp vertreten sind.
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