Jutta Lambrecht

Leo Blech

Komponist - Kapellmeister - Generalmusikdirektor
Cover: Leo Blech
Hentrich und Hentrich Verlag, Berlin 2015
ISBN 9783955650919
Paperback, 108 Seiten, 9,90 EUR

Klappentext

Mit Beiträgen von Rüdiger Albrecht, Jutta Lambrecht, Henry Larsson, Peter Sommeregger, Peter Sühring. 20 Abbildungen. "Mit mir nicht!" pflegte Leo Blech (1871-1958) zu sagen, wenn auf der Bühne etwas geschah, das nicht im Sinne der Musik lag, die er dirigierte. Auch sonst ließ der 1871 in Aachen geborene, über Prag nach Berlin gewanderte Komponist und Kapellmeister sich nicht alles gefallen. Nachdem er seit 1913 als Generalmusikdirektor für musikalischen Glanz an der Berliner Staatsoper gesorgt hatte, musste er sich 1937 zwangspensionieren lassen und 1938 nach Riga emigrieren. 1941 von der Deportation bedroht, erwirkte er freies Geleit über Berlin nach Stockholm, wo er seit den 1920er Jahren ein gern gesehener Gast war. 1949 kehrte er für eine letzte Periode als Generalmusikdirektor der Städtischen Oper nach Berlin zurück. Seine Art, deutsche, italienische und französische Oper zu dirigieren, war einzigartig. Von seinem sinfonischen Repertoire existieren hervorragende historische Aufnahmen. Dieser Band ist von Musikpublizisten geschrieben, die fassungslos registrierten, dass die Stadt Berlin Anfang 2013 glaubte, diesem Künstler das ihm 1958 verliehene Ehrengrab wieder entziehen zu dürfen. Auf diese Weise möchten sie dazu beitragen, die Ehre des Mannes wiederherzustellen, der den Ruf der Königlichen Oper und ihrer Nachfolgerin, der Staatsoper, entscheidend prägte und ihr zu internationalem Ruhm verhalf.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.08.2015

Dieser schmale, aber nicht minder lesenswerte Band über den Komponisten und Dirigenten Leo Blech ist einem unnachgiebigen Autorenkollektiv zu verdanken, das sich nach dem zufälligen Fund einer verwahrlosten Grabstätte nicht nur bemühte, Blech ein gemäßes Grab zukommen zu lassen, sondern auch über sein Leben recherchierte, berichtet Rezensent Jan Brachmann erfreut. Und so liest er hier nach, wie der von Kaiser Wilhelm dem II. zum Generalmusikdirektor auf Lebenszeit ernannte jüdische Dirigent von den Nazis vertrieben wurde, aber schon 1949 wieder zurückkam, um beim Wiederaufbau zu helfen. Ein verdienstvolles Buch, das auch über Blechs Exil-Jahre in Stockholm informiert, lobt der Kritiker.
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