Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.06.2002
Aus vier Teilen besteht die Studie von Jutta Held nach dem Bericht des Rezensenten Michael Thimann. Im ersten beschreibt sie die Entwicklung absolutistischer Strukturen in der 1648 gegründeten "Académie royale de peinture et de sculpture" unter ästhetischer Federführung Charles Le Bruns. In einem zweiten Teil analysiert Held ausgewählte Vorträge innerhalb der Akademie und arbeitet die unterschiedlichen Auffassungen etwa des Rationalisten Le Brun und des Jansenisten Philippe de Champaigne heraus. Die Autorin stellt die Kunsttheorie im dritten Teil in den größeren Zusammenhang von "Moralistik und Staatsphilosophie" und sieht Parallelen zwischen Staatsform und Gemäldestrukturen. Im Anhang werden die Vorlesungen abgedruckt und erstmals vollständig ins Deutsche übersetzt. Michael Thimann lobt das Buch und findet, dass es im "internationalen Vergleich" bestehen kann. Ein wenig problematisch scheint ihm nur gelegentlich das "enigmatische" Fachvokabular.
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