Aus dem Englischen von Christoph Jehlicka. Die Geschichten von Juliet Escoria gehen ans Eingemachte, gewähren Einblick in die Seele einer jungen Frau, die das Leben vor allem von seinen Schattenseiten her kennt. Sie zerren einen an Orte, die man sich deutlich glamouröser vorgestellt hätte - New Yorker Nachtclubs, kalifornische Strandhäuser, Hotels in Atlantic City - und sie zeichnen auf diese Weise eindringliche Porträts von der Kehrseite des amerikanischen Traums. Das alles in einer offenen, direkten Sprache, mal hart, mal anrührend, mal mit schwarzem Humor, in jedem Fall aber ohne Rücksicht auf Verluste.
Begeistert und zugleich mit beinahe körperlichem Unbehagen hat Rezensent Frank Schäfer die unter dem Titel "Black Cloud" erschienenen Kurzgeschichten von Juliet Escoria gelesen. Er folgt der jungen Autorin hier in die "White-Trash-Suburbias" von Kalifornien, liest in den nüchtern und angenehm trocken erzählten Geschichten von Illusionen, Rausch, Drogen, Leere und Hoffnungslosigkeit am Rande von Hollywood und bewundert nicht zuletzt Escorias Gabe, scharf und zugleich empathisch die emotionale Verwahrlosung ihrer Figuren zu schildern. Diesem Gespür darf die Schriftstellerin weiterhin mit bestem Gewissen vertrauen, meint der Rezensent, der die gelegentlich Ausflüchte in die Poesie nicht unbedingt gebraucht hätte.
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