Aus dem Englischen von Angelika Kaps. Linden Hills - wer hier lebt, hat es geschafft. Elegante Häuser und perfekt gepflegte Rasen säumen die acht Ringstraßen, die sich den Hügel hinabwinden. Lester und sein bester Kumpel Willie, beide verflucht knapp bei Kasse, verabscheuen die noble Klientel, reinigen aber für ein paar Dollar ihre Auffahrten und Pools. Vorbei an glänzenden Fassaden und übertünchten Rissen arbeiten sie sich Straße für Straße den Hügel hinunter. Bis ganz nach unten, wo Luther Nedeed, das Epizentrum der Macht, ein finsteres Geheimnis hütet. Gloria Naylor enthüllt, wie die Menschen für den American Dream mit ihrer Seele bezahlen und wie das funkelnde Versprechen eines besseren Lebens in schneidende Niedertracht zersplittert.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 19.10.2022
Die Anspielungen an Dantes Hölle sind für Rezensent Johannes Kaiser offensichtlich in Gloria Naylors Roman von 1985. Er spielt in einer Siedlung der schwarzen Mittelschicht, die einst vom Bestatter Luther Nedeed gegründet wurde. Sein Vermögen hat er gemacht, als er während der Sklaverei seine Seele dem Teufel verkaufte. Jetzt ziehen zwei junge schwarze Dichter aus den ärmeren Vierteln vom oberen Hügel durch die Häuser, um sich vor Weihnachten noch Geld zu verdienen. Auf dem Weg hinab zum Anwesen von Luther Nedeed begegnen ihnen Missgunst, Habgier und Betrug. Als Allegorie sei der Roman schon toll, aber als Gesellschaftsbild einer schwarzen Oberschicht, die unter allen Umständen in einer rassistischen Gesellschaft aufsteigen will, ist er für Kaiser eine Wucht.
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