Mit einem Nachwort von Vaclav Maidl. Aus dem Tschechischen von Silke Klein. Herbst 1945. Viktor, der auf Seiten der Engländer gegen die Deutschen gekämpft hat, kehrt in die Tschechoslowakei zurück. Erschüttert von Kriegserlebnissen und wurzellos geworden in seiner früheren Heimat, zieht es ihn in eine beschauliche Gegend im äußersten Norden, nach Schlesien. In einem kleinen Dorf soll er das einstige Anwesen eines deutschen Nazifunktionärs verwalten. Aber eigentlich kommt Viktor, um seinen inneren Frieden zu finden. Doch die Ruhe trügt. Denn die Besatzungszeit und der Weltkrieg haben Spuren hinterlassen. Tiefe Gräben verlaufen zwischen den Tschechen und den verbliebenen Deutschen. Der Krieg in den Köpfen geht weiter, und die Frage nach Siegern und Besiegten stellt sich neu. Das alles berührt Viktor nicht weiter - bis er die Deutsche Adelheid kennenlernt ... Mit seiner Novelle Adelheid machte Vladimir Körner als erster tschechischer Autor den Umgang mit der deutschen Minderheit im Jahre 1945 kritisch zum zentralen Gegenstand von Literatur.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.05.2005
Der Rezensent mit dem Kürzel "jdl" findet begrüßenswert, dass der tschechische Autor Vladimir Körner nun erstmals ins Deutsche übersetzt wurde, denn dieses Frühwerk könnte auf weitere interessante Bücher verweisen. Dass der Roman nicht nur ihn beeindruckt, schließt der Rezensent aus dem Umstand, dass er es zu zwei Neuauflagen und einer Verfilmung brachte - trotz des schwierigen und unpopulären Themas, das Verhältnis zwischen Deutschen und Tschechen. Auch die stilistische Umsetzung gefällt dem Rezensenten. "Mit seinem distanzierten Ton und einer atmosphärischen Unterkühlung hält Körner das Thema dort, wo sich die individuelle Aussichtslosigkeit mit der politischen Diagnose deckt."
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