Fritz Beers Prosa aus den Zeiten des Kriegs - entstanden ab 1941 - zeigt den Alltag inmitten der Weltkatastrophe und überrascht immer wieder durch eine unerwartete Seite: Tragikomik sowie den Blick für Schönheit und Kurioses in einer zerstörerischen Umgebung. Seine Erzählungen greifen weit über die eine konkrete geschichtliche Erfahrung hinaus, die Krieg, Kollaboration, Kriegsgefangenschaft und Konzentrationslager umfasst. Die meisten spielen hinter der Front und spiegeln das Aufeinandertreffen von Zivilisten und Soldaten, Franzosen und Fremden, Besiegten und Besatzern.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.06.2012
Ganz von ihrer Zeit geprägt und dennoch frisch findet Thomas Meissner diese Erzählungen des einst unter alliierter Führung gegen Hitler kämpfenden deutschen Juden Fritz Beer. Sie fügen sich zu einem Bild des Zweiten Weltkriegs, das Meissner so noch nicht gelesen hat, miniatur-, skizzenhaft und gänzlich unheroisch. Stattdessen manchmal melancholisch und von einer Hoffnung auf Humanität sowie von dem Wunsch einer verständigen Vermittlung von Hass und Gewalt geprägt. Kompositorisch verortet Meissner die Texte zwischen Böll und Borchert und in die Tradition der deutschen Kurzgeschichte nach dem Krieg.
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