Durchsuchen Sie unsere Bücherdatenbank nach Themen, Ländern, Epochen, Erscheinungsjahren oder Stichwörtern.
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Aus dem Archiv
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Julian Barnes

Vom Ende einer Geschichte

Roman
Cover: Vom Ende einer Geschichte
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2011
ISBN 9783462044331
Gebunden, 192 Seiten, 18,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Als Finn Adrian in die Klasse von Tony Webster kommt, schließen die beiden Jungen schnell Freundschaft. Sex und Bücher sind die Hauptthemen, mit denen sie sich befassen, und Tony hat das Gefühl, dass Adrian in allem etwas klüger ist als er. Auch später, nach der Schulzeit, bleiben die beiden in Kontakt. Bis die Freundschaft ein jähes Ende findet. Vierzig Jahre später, Tony hat eine Ehe, eine gütliche Trennung und eine Berufskarriere hinter sich, ist er mit sich im Reinen. Doch der Brief eines Anwalts, verbunden mit einer Erbschaft, erweckte plötzlich Zweifel an den vermeintlich sicheren Tatsachen der eigenen Biografie. Je mehr Tony erfährt, desto unsicherer scheint das Erlebte und desto unabsehbarer die Konsequenzen für seine Zukunft...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.12.2011

Der in diesem Jahr mit dem Booker-Preis ausgezeichnete Roman "Vom Ende der Geschichte" von Julian Barnes hat es auch Angela Schader angetan. Genial konstruiert, ohne bemüht zu wirken, erzählt der Roman von einer unbewältigten Schuld des pensionierten Historikers Tony Webster, thematisiert die fragliche Verlässlichkeit von Erinnerung und die Unumkehrbarkeit von Ereignissen, so die Rezensentin. Im Zentrum der Geschichte stehen vier Freunde aus Schulzeiten und was im ersten Teil erzählt wird, bildet so etwas wie ein "Blueprint" für die weitere Entwicklung, erklärt Schader, die aber die Leser ihrer Kritik nicht um das Vergnügen bringen will, die aufgegriffenen Motive und Variationen im zweiten Teil selbst zu entdecken und deshalb nicht so viel verraten will. Soviel lässt die begeisterte Rezensentin aber durchblicken: der Roman nimmt schon allein deshalb enorm ein, weil wir uns in diesem typischen Barne'schen Antihelden Webster auch ein Stück weit selbst wiedererkennen, wie Schader findet.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.12.2011

Für Rezensent Christopher Schmidt ist Julian Barnes' bereits mit dem Booker-Preis ausgezeichneter Roman "Vom Ende einer Geschichte" das "schönste Geschenk" dieser Saison. Er liest darin die Geschichte des in einem Elite-Internat aufgewachsenen und an Minderwertigkeitskomplexen leidenden Tony Webster, der sich Jahrzehnte nach dem Selbstmord eines Schulkameraden - und längst in einem mittelmäßigen, angepassten Leben angekommen - mit seiner lang verdrängten Schuld auseinandersetzen muss. Schmidt lobt diesen novellistischen Roman, der ihn an ein klassisches griechisches Drama erinnert, nicht nur für seine beeindruckende Erzählökonomie und moralische Tiefe, sondern ihm erscheint die Erzählung auch wie ein "philosophischer Essay über den konstruktiven Charakter von Erinnerung". Darüber hinaus hat der Rezensent in diesem herausragenden Roman interessante Einblicke in die englische Mentalität und ihre "Unfähigkeit zur Empathie" erhalten.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 08.12.2011

Susanne Mayer freut sich, dass Julian Barnes, für sie einer der wichtigsten britischen Autoren der Gegenwart, nun endlich für seinen jüngsten Roman den "Booker-Preis bekommen hat. Auch die Rezensentin zeigt sich beeindruckt von dem so schmalen wie dichten Roman, in dem sich der oberflächlich ein gelungenes Leben führende Held einer schmerzvollen "Selbstbefragung" unterziehen muss, wie sie erklärt. Webster bekommt notarisch das Tagebuch seines Jugendfreundes Adrian vermacht und muss sich mit seinen Erinnerungen und der Frage auseinandersetzen, wie viel Mitschuld er am Selbstmord seines Freundes trägt, fasst Mayer zusammen. Kafkaeske Schärfe trifft hier auf eine tiefe Nachdenklichkeit und das auch noch stilistisch vollendet, lobt die eingenommene Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.12.2011

Nach der Lektüre von Julian Barnes' Novelle "Vom Ende einer Geschichte" ist Rezensentin Felicitas von Lovenberg ganz hingerissen. Mit meisterhaftem Können gehe Barnes hier der Frage nach, inwieweit unsere Erinnerung von Selbsttäuschung bestimmt sei. Dieser nämlich muss sich Protagonist Tony stellen, als er nach vierzig Jahren und einem unaufgeregt geführten Leben in einem Brief erfährt, welche Mitschuld er am Selbstmord seines Schulfreundes Adrian trägt. Ganz ohne Pathos, aber voller Mitgefühl und Demut lasse Barnes seinen wunderbar durchschnittlichen Helden auf sein von Abwehrstrategien und Vorsicht bestimmtes Leben zurückschauen und immer mehr Risse entdecken. Lovenberg würdigt die Novelle nicht nur als eines der besten Bücher dieser Saison, sondern auch als perfekt konstruierte Geschichte, die emotional und moralisch noch lange nachhallen werde. Leider übermittle die deutsche Übersetzung nicht die nuancenreiche Sprache des Autors, so die ansonsten restlos begeisterte Kritikerin.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Stichwörter

Julian Barnes, geboren 1946, ist Romanautor und hat 2011 für seinen Roman "Vom Ende einer Geschichte" den Man Booker Prize erhalten. Unter dem Pseudonym Dan Kavanagh hat Barnes auch Krimis ... mehr lesen
Weitere Bücher von Julian Barnes

Julian Barnes: Am Fenster. Essays

Cover: Julian Barnes. Am Fenster - Essays. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2016.
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2016.
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger, Thomas Bodmer, Alexander Brock und Peter Kleinhempel. Julian Barnes schreibt über U-Bahnfahrten mit Penelope Fitzgerald, über Rudyard Kiplings Leidenschaft für … mehr lesen

Julian Barnes: Lebensstufen.

Cover: Julian Barnes. Lebensstufen. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2015.
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2015.
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes' neues Buch handelt von Ballonfahrt, Fotografie, Liebe und Trauer. Davon, dass man zwei Menschen oder zwei Dinge verbindet und sie… … mehr lesen

Alle Bücher von Julian Barnes


Bücher zum gleichen Themenkomplex

Jane Gardam: Eine treue Frau. Roman

Cover: Jane Gardam. Eine treue Frau - Roman. Hanser Berlin, Berlin, 2016.
Hanser Berlin, Berlin 2016.
Aus dem Englischen von isabel Bogdan. Manchmal vergisst Betty, dass sie keine Chinesin ist, so selbstverständlich nah ist ihr das Land, dessen Sprache sie seit Kindertagen beherrscht. Diese… … mehr lesen

Declan Burke: The Big O. Kriminalroman

Cover: Declan Burke. The Big O - Kriminalroman. Edition Nautilus, Hamburg, 2016.
Edition Nautilus, Hamburg 2016.
Aus dem Englischen von Robert Brack. Zum Monatsende unternimmt sie regelmäßig Raubüberfälle unter virtuosem Einsatz ihrer .44er Magnum. Karens Chef, Frank, ist ein Schönheits­chirurg mit Geldsorgen und … mehr lesen

Louise Welsh: V5N6. Tödliches Fieber

Cover: Louise Welsh. V5N6 - Tödliches Fieber. Antje Kunstmann Verlag, München, 2016.
Antje Kunstmann Verlag, München 2016.
Aus dem Englischen von Wolfgang Müller. Oberflächlich betrachtet hatten die drei Amokläufe in London in diesem heißen Sommer nichts mit den späteren Ereignissen zu tun, aber für Stevie… … mehr lesen

Jeanette Winterson: Der weite Raum der Zeit. Roman

Cover: Jeanette Winterson. Der weite Raum der Zeit - Roman. Albrecht Knaus Verlag, München, 2016.
Albrecht Knaus Verlag, München 2016.
Aus dem Englischen von Sabine Schwenk. Der Londoner Investmentbanker Leo verdächtigt seine schwangere Frau MiMi, ihn mit seinem Jugendfreund Xeno zu betrügen. In rasender Eifersucht und blind gegenübe … mehr lesen

Howard Jacobson: Shylock. Roman

Cover: Howard Jacobson. Shylock - Roman. Albrecht Knaus Verlag, München, 2016.
Albrecht Knaus Verlag, München 2016.
Aus dem Englischen von Werner Löcher-Lawrence. Der reiche Kunstsammler Simon Strulovitch aus Manchester hat Sorgen: Seine aufmüpfige Tochter Beatrice ist in die Kreise der leichtlebigen Erbin Plurabelle … mehr lesen

Archiv: Buchautoren