Von einer Gesellschaft im permanenten Ausnahmezustand: vier Theaterstücke von Juli Zeh. Ein Kaktus, der zum international gesuchten Terrorverdächtigen wird. Ein erfolgsverwöhnter Banker, der eines Morgens aus tiefem Schlaf erwacht und sich in einem fremden Leben wiederfindet. Eine Kuh, die vom Himmel fällt, ein Fischer, der deshalb Ärger mit dem europäischen Grenzschutz bekommt. Ein Webdesigner, der in eine Lebenskrise stürzt, weil er am Flughafen wegen Übertretens einer gelben Linie verhaftet wird. Ein 16-Jähriger, der einen Amoklauf plant und dabei nicht mit einer Mitschülerin rechnet…Wo verläuft die Grenze zwischen Sicherheit und Unfreiheit, staatlicher Fürsorge und Überwachung? Wo die zwischen Wirklichkeit und Phantasie? "
Juli Zeh ist für Rezensentin Dina Netz eine Autorin, die drängende Gegenwartsthemen verhandelt, die in diesem Band versammelten Theaterstücke, zwischen 2009 und 2012 uraufgeführt, können aber nicht an ihre großen Erfolge anknüpfen. Für Netz hat das klar damit zu tun, wie plakativ sie sind: So gibt es in "Der Kaktus" etwa eine weibliche Polizistin, die unter dem Sexismus irgendwann zusammenbricht und einen Einsatzleiter, der sich gegenüber einem Terrorverdächtigen irgendwann nicht mehr zusammenreißen kann. Die Stücke bleiben für die Kritikerin "Thesen-Theater", auch wenn sie Themen wie Terrorismus, antimuslimische Ressentiments, oder die Frage, ob Ballerspiele Amokläufe verursachen, behandeln. Zu sehr schreibt Juli Zeh ihr zufolge vor, was die Theaterbesucherinnen zu denken haben, für literarische Kriterien bleibt zu wenig Raum, ist ihr Fazit.
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