Das berühmteste deutsche Geschichtsdrama, mit Varianten einschließlich der Hamburger Bühnenfassung nach Erstdruck und Handschriften ediert, entstehungs- und wirkungsgeschichtlich dokumentiert und ausführlich kommentiert. Herausgegeben von Frithjof Stock.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.04.2001
Dieter Borchmeyer lobt diesen Band als "in Zukunft wohl unentbehrlich" - mit einer Einschränkung. Denn seiner Ansicht nach hätte der Herausgeber Frithjof Stock gerne ein wenig mehr Risikofreude zeigen können. So vergleicht er Stocks Kommentar mit dem von Albrecht Schöne zu Goethes "Faust" und bemerkt, dass Schöne zwar bisweilen zum Widerspruch herausfordert, doch dennoch könne man seine Interpretation als "kongenial" bezeichnen. Ähnliches hätte sich Borchmeyer nun auch zu Schillers "Wallenstein" gewünscht. Stocks Untersuchung zeichne sich zwar durch große Sorgfalt aus, letztlich erinnere sie aber, wie der Rezensent bedauert, zu sehr an eine "Seminararbeit". Auch die Versuche Stocks, Schillers Autorenintention "gegen Forschungsmeinungen" auszuspielen, gehören nach Borchmeyer ebenfalls nicht gerade zu den Stärken dieser Edition. Insgesamt jedoch lobt er diese "opulente Ausgabe (...) mit allen Varianten, Paralipomena, wesentlichen Zeugnissen zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte" insbesondere deshalb, weil hier zum ersten Mal das Theatermanuskript zu "Wallensteins Lager" von 1800/1802 abgedruckt sei. Dieser Text räumt, wie Borchmeyer erfreut anmerkt, mit etlichen Spekulationen über Schillers Wallenstein-Bild auf.
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