Gezeichnet von Chrys Millien. Jules Vernes schildert in seinem weltberühmten Reisebericht "In 80 Tagen um die Welt", wie der Engländer Phileas Fogg nach einer Wette in 80 Tagen die Welt umrundet - mit dem Zug, dem Schiff, einem Schlitten und einem Elefanten ist er unterwegs, stets begleitet und unterstützt von seinem treuen Diener Passepartout. 140 Jahre nach seiner Entstehung hat dieses Werk nichts von seiner Aktualität verloren, denn es geht um Mobilität und moderne Kommunikation - und das sind Themen der Jugendlichen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.06.2012
Der Schriftsteller Georg Klein lässt keinen Zweifel daran, dass er Jules Vernes "In 80 Tagen um die Welt" für einen von Stereotypen und Klischees strotzenden Schundroman hält, den er allerdings dennoch höchst genussvoll und zudem meisterhaft gemacht findet. Bei der Umsetzung in einen Comic durch den französischen Zeichner Crys Millien aber wird ihm klar, dass sich diese Art von Literatur nicht wirklich für eine Comicadaption eignet, weil dann die wichtigsten Qualitäten verloren gehen, wie er feststellen muss. Es ist nämlich neben der höchst kunstvoll eingesetzten "Linearität" mit ihrer Abfolge von starken Bildern, die er bei Verne bewundert, vor allem die große Sinnlichkeit, die die abenteuerlichen Episoden des an sich einfach gestrickten Romans so überaus eindrücklich machen, erklärt er. Und die kann die Comic-Erzählung einfach nicht reproduzieren, wie Klein an einem Beispiel demonstriert. Damit erscheint es dem Rezensenten aber umso fraglicher, ob der Comic denn dann in der Lage ist die "Aura wirklich großer Werke" einzufangen, wenn er schon an der sinnlichen Eindrücklichkeit von Unterhaltungsliteratur scheitern muss.
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