Dass es immer noch Orte gibt, die schwer zu erreichen sind, erscheint uns heute nicht mehr vorstellbar. Judith Schalansky aber hat sie gesammelt: fünfzig entlegene Inseln, die in jeder Hinsicht weit entfernt sind, entfernt vom Festland, von Menschen, von Flughäfen und Reisekatalogen. Aus historischen Begebenheiten und naturwissenschaftlichen Berichten spinnt die Autorin zu jeder Insel eine Prosaminiatur, absurd-abgründige Geschichten, wie sie nur die Wirklichkeit sich auszudenken vermag, wenn sie mit wenigen Quadratkilometern im Nirgendwo auskommen muss. Sie handeln von seltenen Tieren und seltsamen Menschen - von gestrandeten Sklaven und einsamen Naturforschern, verirrten Entdeckern und verwirrten Leuchtturmwärtern, meuternden Matrosen und vergessenen Schiffbrüchigen, braven Sträflingen und strafversetzten Beamten, kurzum: von freiwilligen und unfreiwilligen Robinsons.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.10.2009
So abseitig das Thema dem Rezensenten zunächst vorkam: Die hervorstechende Gestaltung und die aufregenden Kartografien und Illustrationen haben Jochen Temsch einen kurzweiligen Nachmittag in bester "armchair travelling"-Manier auf dem Sofa bereitet. Daher kann er das von der 1980 geborenen Typografin und Autorin entworfene Buch, aus dem in erster Linie die Sehnsucht und das Fernweh sprechen, als "hinreißendes Bekenntnis" zum Reisen als Trockenübung auch nur in den höchsten Tönen loben und preisen. Die Darstellungen topografischer Karten, die die Beschaffenheit der Erdoberfläche beschreiben, bergen auch eine ästhetische Dimension und Wahrnehmung, deren Schönheit oder Schrecken man wie Gedichte dechiffrieren kann und die als Orte der Imagination überhaupt dazu angetan sind, unserer Fantasie zu befeuern: "Das Paradies ist eine Insel. Die Hölle auch", zitiert Temsch die Autorin.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Daniel Kehlmann: Afrika Im Winter 1884 versammeln sich auf Einladung Bismarcks die großen Mächte zu einer Konferenz, auf der ein ganzer Kontinent mit all seinen Reichtümern aufgeteilt werden soll:… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…