Aus dem Ungarischen von Eva Zador. Der Roman Heimatlos ist die Schilderung der Schülerin Lili aus dem slowakischen Kesmark/Kežmarok, die am Ende des Zweiten Weltkriegs von den Ereignissen der Geschichte mitgerissen wird. Aufgrund ihrer deutschen Nationalität muss sie zunächst vor den Partisanen fliehen, wird dann gemeinsam mit der Mutter und der schwangeren Schwester sowie den übrigen Schicksalsgefährten vertrieben, in einem Lager interniert und später nach Bayern deportiert, das damals noch in Trümmern liegt, denn die neue Tschechoslowakei duldet allein Tschechen und Slowaken. Lilis Vater ist im Gefängnis, ihr Schwager irgendwo in Kriegsgefangenschaft, sie aber kämpft in einstigen Konzentrationslagern gegen Hunger und Krankheiten an und wird Zeugin von Massakern, die aus Rache verübt werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.12.2020
Rezensentin Christiane Pöhlmann ist dankbar, dass mit diesem Roman zumindest eines der Bücher der ungarischen Autorin Judit Kovats auf Deutsch vorliegt. Erzählt wird die Geschichte von Lili, einer angehörigen der zipserdeutschen Minderheit in der Slowakei, die nach Lager und Zwangsarbeit und dem Verlust ihrer halben Familie Mitte der Fünfziger ein neues Leben zu beginnen versucht, resümiert die Kritikerin. Pöhlmann liest hier in Rückblicken nicht nur, wie Lilis Familie einen jüdischen Arzt versteckte, sondern begleitet Kovats Heldin auf der Suche nach Heimat auch über Deutschland in die USA. Dieses "atemlos" erzählte Füllhorn voller Anekdoten über Exil, Flucht, Erwachsenwerden, Freundschaft und Mitgefühl empfiehlt die Kritikerin gern.
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