Aus dem Hebräischen von Berbara Linner. Die Titelerzählung Fellinis Schuhe ist die Geschichte eines alternden Filmregisseurs, dem Federico Fellini einst anläßlich der Filmfestspiele in Cannes seine Schuhe geliehen hatte. Diese Schuhe sind seine Glücksbringer, und so erwartet er sehnsüchtig den Tag, an dem er genügend Geld auftreiben kann, um seinen jahrzehntelangen Traum vom eigenen cineastischen Meisterwerk zu verwirklichen. Mit Hilfe einer jungen, lebenshungrigen Kellnerin scheint ihm dies auch zu gelingen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.07.2000
Stefana Sabin bespricht in einer Sammelrezension fünf soeben ins Deutsche übersetzte Romane von israelischen Autorinnen.
1) Ruth Almog: "Ein Engel aus Papier"
Nur die Kunst verspreche Rettung aus der Alltagshölle des jungen des jungen Sha`ul, schreibt die Rezensentin, die die Beschreibung der Hölle offensichtlich beeindruckend fand. Die Sprache sei "lyrisch und unsentimental" und die Figuren seien so stark wie plausibel. Das Resultat: "dichte Atmosphäre".
2) Shulamit Lapid: "Der tote Bräutigam"
Der Roman ist die Fortsetzung einer Reihe, die die Reporterin Lisi Badichi zur Heldin hat. Die Rezensentin stellt fest, dass es der Autorin gelungen ist, den Provinzort Be`er Scheva zu einer "Hauptstadt der Kriminalliteratur" zu machen. Auch der neue Roman kann sie überzeugen: Lapid verfahre raffiniert und habe Überraschungen ebenso wie sympathische Helden zu bieten. An "flotten Sprüchen" fehle es ebensowenig wie an "Wirklichkeitstreue".
3) Zeruya Shalev: "Liebesleben"
Das Urteil der Rezensentin über diesen Liebesroman ist einigermaßen vernichtend: es handle sich um eine Mischung von inhaltlichen und formalen Klischees, die Sprache erhebe sich kaum über das Niveau von Trivialromanen. Der Weg von erotischer Leidenschaft zu Liebe, den der Roman ausmessen wolle, führe letztlich nur zu einem: "literarischem Kitsch".
4) Judith Katzir: "Fellinis Schuhe"
Die Flucht aus dem Alltag, die Malka, die Heldin von Katzirs Roman unternimmt, führt sie zu einem alternden Filmregisseur. Dessen Traum von einem großen Film wird zuletzt nichts an der Wirklichkeit verändert haben, wie die Rezensentin feststellt, sehr wohl aber einiges im Reich der Möglichkeiten. Die Mischung des Romans gefällt ihr, selbst die Slapstick-Szenen betonten noch die "impressionistisch-melancholische Note".
5) Yael Hedaya: "Liebe pur"
Die Figuren des Romans bleiben namenlos, in der Beschreibung ihrer Zerrissenheit jedoch würden sie zu "realistischen Gestalten". Sehr sensibel, so die Rezensentin, verfahre die Autorin, zudem mit einigem erzählerischen Geschick in der Wahl der Perspektiven. Wohltuend sei der Verzicht auf Pathos in der "schmucklosen Sprache" - denn gerade in ihrer Leichtigkeit sei die Geschichte irritierend.
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