Als Schriftsteller ist Juan Rulfo weltweit bekannt. Dass er über einen Zeitraum von 10 Jahren auch fotografierte - nämlich auf seinen Reisen ins Innere Mexikos, die er als Handlungsreisender zu unternehmen hatte - ist weit weniger bekannt. Es ist ein in sich geschlossenes fotografisches Werk , was auf diesen Reisen entstand. Rulfo fotografierte sein Land und seine Bewohner mit einem geradezu magischen Einfühlungsvermögen. In seinen Fotografien walten eine Stille und eine Melancholie, die den Beschauer ergreifen und denen er sich nicht entziehen kann. Carlos Fuentes hat das Vorwort zu diesem Bildband geschrieben und mehrere mexikanische Autoren führen in das Werk ein.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.08.2003
Spröde Landschaften, staubige Gassen, Ruinen "mit der immer gleichen Patina aus Melancholie": so zeigt sich Mexiko in den Schwarzweißbildern von Juan Rulfo (1917-1986), den Rezensent Uwe Stolzmann eine "Ausnahmeerscheinung" nennt - als Dichter und als Fotograf. Auffällig an Rulfos Fotografien findet Stolzmann vor allem eines: sie "atmen Stille". Selbst die Marktszene, das Volksfest, eine Gruppe Frauen am Waschtrog - die dazugehörige Klangkulisse ist nach Ansicht Stolzmanns schlicht "nicht vorstellbar". Was den Dichter Rulfo auszeichnete - Kargheit, Stille, Melancholie - findet sich auch in seinen Bildern: "Schauen wir den Menschen, die er traf, ins Gesicht: Hart wie Erde. Kein Zugang. Nie ein Lächeln. Und natürlich sind sie stumm", resümiert der Rezensent, "wie vor ihnen der unsichtbare Mann mit der Kamera."
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