Herausgegeben von Ingeborg von Lips. Der große österreichische Romancier und Journalist Joseph Roth (1894-1939) stammte aus Brody/Galizien und starb in Paris. Seinen schriftstellerischen Ruhm verdankte er, medial gesehen, auch seiner Beziehung zu Frankfurt am Main und der "Frankfurter Zeitung". Hier wurde er zum beachteten Publizisten, hier veröffentlichte er seinen berühmten Roman "Radetzkymarsch" als Fortsetzungsroman (1932).
Mit vielen wichtigen Intellektuellen stand er in Kontakt - etwa mit Siegfried Kracauer und Bernhard von Brentano. Eine Freundschaft entwickelte er zu Benno und Maryla Reifenberg. Frankfurt war ihm durch sein Lieblingshotel am Bahnhof zur "ständigen Adresse"
geworden. Bis 1933 diente ihm die Stadt als Ausgangspunkt für bemerkenswerte Reportage Reisen durch Europa. Das von Ingeborg von Lips zusammengestellte Lesebuch vereint zum ersten Mal seine Frankfurter Artikel, Feuilletons und entsprechende Briefauszüge. Zahlreiche Abbildungen runden den Band ab.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 25.07.2017
Christian Thomas liest das Joseph-Roth-Lesebuch mit Gewinn, das Ingeborg von Lips für den Societätsverlag herausgegeben hat, der zur gleichen Mediengruppe gehört wie die FR. Auch wenn es schon allerhand zum Schwerpunkt Roth in Frankfurt gibt, erstaunt den Kritiker, was Roth in Frankfurt in den Jahren 1923 bis 1932 an Stoff auflas. Und stellt ihm sogar ein aufregendes Frankfurt vor Augen in einer aufregenden Zeit. Roths inniges Verhältnis zur "Frankfurter Zeitung" kann ihm der Band nahebringen, nicht zuletzt durch abgedruckte Fotos, Faksimiles und andere Dokumente sowie die Überleitungen, die Lips beisteuert. Den Zoo im Frühling, Roth, den Kinderbuchfan, den Goethe-Kenner lernt der Rezensent hier auch kennen.
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