Joseph J. Ellis

Seine Exzellenz George Washington

Eine Biografie
Cover: Seine Exzellenz George Washington
C. H. Beck Verlag, München 2005
ISBN 9783406535093
Gebunden, 386 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Aus dem amerikanischen Englisch von Martin Pfeiffer.George Washington gehört zu den großen Gestalten der Weltgeschichte. Er führte als General die Revolutionsarmee zum Sieg und errang so die amerikanische Unabhängigkeit. Als erster amerikanischer Präsident steuerte er die junge Nation durch ihre unsicherste und schwierigste Phase. Mehr als jeder andere hat er dem Land seine Werte, Ziele und Ideale eingeschrieben. Joseph J. Ellis schildert in seiner Biografie die außergewöhnliche Persönlichkeit des Mannes, der zum berühmtesten Amerikaner der Geschichte werden sollte. Joseph Ellis entwirft ein ebenso umfassendes wie vielschichtiges Porträt George Washingtons. Er beschreibt nicht nur seine Anfänge, die militärischen Jahre erst im French and Indian War und dann im Unabhängigkeitskrieg sowie seine beiden Amtszeiten als erster Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Mit großer Sensibilität spürt er auch der komplexen Persönlichkeit Washingtons nach, die heute fast ganz hinter der Ikone aus Marmor verschwunden ist.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.02.2006

Alexander Kluy ist von dieser Biografie George Washingtons vollkommen begeistert und er preist das Buch überschwänglich als "hinreißendes Leseerlebnis". Joseph J. Ellis lässt darin die Person des amerikanischen Präsidenten, der für die Unabhängigkeit Amerikas und die Gründung der Nation die entscheidende Rolle gespielt hat, "ungemein plastisch" hervortreten, wobei er "leichthändig" politisches Handeln und persönliches Leben Washingtons miteinander verknüpft, lobt der Rezensent. Ellis zeigt sich als "brillanter" Erzähler und dabei durchaus auf dem neuesten Forschungsstand , schwärmt Kluy, der sich fragt, welcher Preist dem amerikanischen Autor wohl für dieses "meisterhaft Washington-Porträt" zuerkannt werden wird. Lediglich die Darstellung des ökonomischen und sozialen Hintergrunds hätte er sich etwas ausführlicher gewünscht, das bleibt aber die einzige leise Kritik in seinem ansonsten restlos begeisterten Urteil.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.10.2005

Recht zufrieden zeigt sich die Rezensentin Caroline Schnyder mit Joseph J. Ellis? Biografie George Washingtons. Ellis, der für sein Gruppenporträt der Gründerväter 2001 den Pulitzerpreis erhielt, sei ein Porträt "auf Augenhöhe" gelungen, das die politische Figur Washington als "gnadenlosen Realisten" beschreibe, der offensichtlich alles sorgfältig im Voraus plante. Von dieser Wesensart zeuge in besonderem Maße Washingtons "freiwilliger Abgang" von der politischen Bühne: Nachdem er für seinen quasi-königlichen Status harscher Kritik ausgesetzt worden war, kam es zu einer "grandios inszenierten" Rede, aus der heute noch zitiert wird. Gut gefallen hat der Rezensentin, dass Ellis besonderen Wert darauf legt, zwischen Washingtons Erfahrungen und seiner Politik Zusammenhänge herzustellen. Wie dies zuwege gebracht wird, gefällt der Rezensentin allerdings nicht immer: Ab und zu greife Ellis ein wenig zu sehr auf banale "Alltagspsychologie" zurück oder neige zur Übereifrigkeit (etwa beim Versuch, schon in Washingtons jungen Jahren Hinweise auf seine Fähigkeit zur "Selbstkontrolle" - einem Topos der Washington-Biografik - zu finden).

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.10.2005

Eine objektive, in der Methode "etwas altbackene" biografische Abhandlung über "Seine Exzellenz George Washington" hat Joseph J. Ellis geschrieben, an der es nicht viel auszusetzen gibt, befindet Gert Raeithel. Der amerikanische Historiker, der wegen allzu exzessiven Aufpolierens der eigenen Biografie bei den Kollegen zeitweise in Ungnade gefallen war, fährt, so der Rezensent, den "mittleren Kurs zwischen Vergötterung und Verdammung". Das empfiehlt sich, da Washington in erster Linie als großer Schweiger in Erscheinung trat, sich in seinen Tagebuchaufzeichnungen nicht minder bedeckt hielt und seine Frau die Briefe, die er ihr schrieb, verbrannt hat. Man kann für ihn also nur seine Taten sprechen lassen - wenn man, wie Raeithel einwirft, sich nicht etwa in psychoanalytischen Interpretationen seines Zählzwangs versuchen will: auf dem Totenbett noch habe Washington seinen Puls gezählt, bis zum letzten Schlag. Offenbar will Ellis das nicht. So bleibt es beim introspektiven Minimalbefund: Washington habe sich vor allem durch "Unnahbarkeit, Schweigsamkeit und Selbstbeherrschung" ausgezeichnet, und tief in ihm sei "brennbares Material" versteckt gewesen. Zumindest vermutet Ellis das.
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