Jose Eduardo Agualusa

Das Lachen des Geckos

Roman
Cover: Das Lachen des Geckos
A1 Verlag, München 2008
ISBN 9783940666048
Gebunden, 181 Seiten, 17,80 EUR

Klappentext

Aus dem Portugiesischen von Michael Kegler. Felix Ventura geht einer ungewöhnlichen Tätigkeit nach: Er handelt mit erfundenen Vergangenheiten. Seine Kunden sind Minister, Landbesitzer und Generäle, Menschen der neuen angolanischen Oberschicht. Sie alle blicken in eine gesicherte Zukunft, was ihnen jedoch fehlt, ist eine glanzvolle Vergangenheit. Ventura erstellt neue Stammbäume für sie, beliefert sie mit Fotografien von Großeltern und Urgroßeltern und stattet sie mit einem makellosen Vorleben aus. Doch dann kommt ein Fremder und beauftragt Ventura, ihm nicht nur eine neue Vergangenheit, sondern eine völlig neue angolanische Identität zu verschaffen. Venturas Schöpfung auf den Namen Jose Buchmann beginnt den Fremden so sehr zu fesseln, dass er zunehmend die gefälschte Identität übernimmt und sich auf die Suche nach den Figuren seiner gekauften Vita begibt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.08.2010

Für Kersten Knipp ist der angolanisch-brasilianische Autor Jose Eduardo Agualusa nicht einfach nur ein "begnadeter" Schriftsteller. Er erweist sich zudem in den beiden Romanen, die der Kritiker hier rezensiert, als ausgesprochen sensibel für die durchaus auch positiv wirkenden "Rhythmen der Globalisierung" auf dem afrikanischen Kontinent. In "Das Lachen der Geckos" steht ein angolanischer "Genealoge" im Mittelpunkt, der Biografien für diejenigen erdichtet, die es nötig haben, ihre Vergangenheit bedarfsgerecht aufzupolieren. Diese Dienste nimmt etwa der Minister für Ernährung und Landwirtschaft in Anspruch, der sich zum mutigen Freiheitskämpfer stilisieren lässt und damit das Erinnerungsvermögen seiner Umgebung einer Belastungsprobe aussetzt, erklärt der Rezensent. Er preist die Feinfühligkeit und den charmanten Stil Agualusas und schätzt dabei besonders die Unaufgeregtheit, mit der der Autor einen Blick in die bewegte Vergangenheit Angolas wirft.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.03.2009

Florian Borchmeyer wittert Stoff für einen politischen Thriller. Das wäre was! Dem Kinobesucher böte das nicht nur Gelegenheit, etwas über die Traumata der angolanischen Geschichte zu erfahren. Die von Jose Eduardo Agualusa gewählte Perspektive wäre zudem cineastisch einzigartig. Literarisch ist sie das allerdings auch. Mit den Augen eines Geckos nämlich hat Borchmeyer die Welt noch nicht gesehen, geschweige denn die schmerzensreiche Geschichte der angolanischen Unabhängigkeit. Dass es dem Autor gelingt, sein Experiment an Esoterik und Magie vorbei zu entwickeln und zu einer gänzlich neuen und ebenso packenden Lektüreerfahrung auszugestalten, findet den uneingeschränkten Respekt des Rezensenten.
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