Aus dem brasilianischen Portugiesisch von Karin von Schweder-Schreiner. Mit einem Nachwort von Henry Thorau. Keiner kennt die Farben Brasiliens besser als Jorge Amado - das Meer, die Plantagen, der Sertão und das, was unter den Dächern geschieht: okkulte Feste, afrikanische Rituale, der ungestüme Tanz der Menschen. Mit der "Werkstatt der Wunder" legte Amado sein Meisterwerk vor: Im Mittelpunkt steht der 100. Geburtstag von Pedro Archanjo, dessen ethnologisches Werk dem Dunkel entrissen werden soll. Doch statt als Akademiker entpuppt sich Archanjo als Apostel der Vermischung von Schwarz und Weiß, ein weiser Mestize, der getrieben von sinnlicher Neugier gerade das hervorbringt, was er beschreibt und liebt - den wilden Karneval von Bahía.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.11.2012
Den 1968 erstmals erschienenen Roman von Jorge Amado, der zu Amados 100. Geburtstag in neuer, wie Michaela Metz versichert, farbigerer Übersetzung daherkommt, hält die Rezensentin für ein melodisches, karnevaleskes Dokument von Lust und Liebe, Leidenschaft und Hingabe zwischen Candomble und Capoeira. Darüber hinaus überzeugt sie der Roman als Lebensgeschichte des "Chronisten Bahias", Pedro Archanjo, des großen Kämpfers für die Anerkennung der Mischkultur seiner Heimat. Die Mutmaßung, der Autor rechne zur Softporno-Folklore, scheint Metz mit dieser Übersetzung endgültig widerlegt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.08.2012
Thomas Sträter begrüßt diese Neuübersetzung von Jorge Amados (1912-2001) Roman "Die Werkstatt der Wunder", die anlässlich des 100. Geburtstages des brasilianischen Schriftstellers erschienen ist. Für den Rezensenten eine wunderbare Gelegenheit, ein "Meisterwerk" wiederzuentdecken. Eingehend würdigt er Amado als erfolgreichsten Autor Brasiliens, unterstreicht dessen literarische Qualität, die zu seinem Bedauern nicht immer angemessen wahrgenommen wurden, rekapituliert die wichtigsten biografischen Stationen des Schriftstellers und hebt die Bedeutung von dessen Werk für die brasilianische Identität hervor. "Die Werkstatt der Wunder" - es geht um den Mulatten Pedro Archanjo, der autodiaktisch den Afrobrasilianismus erforscht, zu Lebzeiten aber keine Anerkennung erfährt und als Hausmeister der Universität arbeitet, nach seinem Tod aber umjubelt wird - liest Sträter als Wissenschafts- und Politiksatire voll doppelbödiger Ironie.
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