Hoffnung
Eine Geschichte der Zuversicht von Homer bis zum Klimawandel

C.H. Beck Verlag, München 2024
ISBN
9783406821363
Gebunden, 352 Seiten, 28,00
EUR
Klappentext
Die "Hoffnung" ist ein Federding -/ Das in der Seele hockt -/ Und Lieder ohne Worte singt. Was die Dichterin Emily Dickinson in so anmutige Worte zu fassen verstand, berührt bis heute das Verhältnis eines jeden Menschen zu seinem eigenen Leben und zur Welt. Doch darf Hoffnung heute eigentlich noch als Quelle der Kraft gelten oder ist sie nicht viel mehr eine Flucht vor der Realität? Ist sie Tugend oder Torheit? Jonas Grethlein untersucht 2500 Jahre Geschichte der Hoffnung und eröffnet in seinem Buch auch Perspektiven darauf, wie man heute weiterhin hoffen kann.
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Info)
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.01.2025
Rezensent Detlev Schöttker beleuchtet zwei Werke von Jonas Grethlein und Philipp Blom zum Thema der Hoffnung. Während Bloms Essay den Kritiker wenig überzeugt, glänzt Grethleins Werk durch Tiefgang, lobt der Kritiker. Blom verzichte auf historische Tiefe und setzt stattdessen auf Alltagsbeobachtungen und Reiseanekdoten. Schöttker bemängelt fehlende Argumentation und stilistische Schwächen, die oft in banale Fragen münden. Grethlein hingegen zeige eine souveräne Analyse der Hoffnungsauffassung von der Antike bis zur Moderne. Er vollziehe die Wandlungen, die der Begriff im Laufe der Jahrhunderte durchlief: von ambivalenter Zuversicht in der Antike bis zur christlichen Hoffnung auf Ewigkeit. Beeindruckend ist sein Einblick in philosophische und theologische Entwicklungen, von Kant bis Adorno, findet Schöttker, und während Blom plakativ bleibt, liefert Grethlein eine fundierte Betrachtung, die Hoffnung als reflektiertes Weltverhältnis sichtbar macht - Schöttkers klarer Favorit in diesen hoffnungsarmen Zeiten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.10.2024
Gut informiert über die Kulturgeschichte der Hoffnung fühlt sich Rezensent Johan Schloemann nach der Lektüre. Der Altphilologie Jonas Grethlein zeichnet darin nach, rekonstruiert Schloemann, wie die Hoffnung in der Antike als Illusion verdammt wurde, im Christentum zwischen Heilsversprechen und Angst vor der ewigen Verdammnis changierte, und in der Moderne gleichfalls ambivalent bleibt, zunächst als Fortschrittsversprechen gestärkt wurde, inzwischen einen schlechten Stand hat angesichts Untergangsvisionen zum Beispiel im Zuge des Klimawandels. Durchaus differenziert werden Fragen zum Beispiel hinsichtlich der Rolle der Hoffnung im Sozialismus behandelt, freut sich Schloemann. Dem Rezensent sagt außerdem zu, dass Grethlein zwar persönliche Erfahrungen zum Beispiel mit einer Krebserkrankung nicht direkt einfließen lässt in seinen Text, gleichzeitig jedoch durchaus in seinem Buch auch Menschliches mitschwingen lässt.
Rezensionsnotiz zu
Die Welt, 12.10.2024
Rezensent Eckart Goebel folgt gespannt Jonas Grethleins Geschichte der Hoffnung. Wie der Autor Jenseits- und Diesseitshoffnungen fein analytisch auseinanderdividiert, um sodann im geschichtlichen Durchgang von der Antike über das Mittelalter bis in unsere Gegenwart die "verwirrenden" Formen ihres Ineinanderspiels, etwa beim Nationalismus, herauszuarbeiten, findet Goebel faszinierend. Herausgekommen ist kein Hoffnungsbuch für Liebende, meint Goebel, sondern letztlich ein "harter" Blick auf das, was nach der Hoffnung kommt: Alles, was getan werden muss.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.09.2024
Ist Hoffnung dasselbe wie Zuversicht? Das ist nur eine von vielen letztlich kaum beantwortbaren Fragen, die sich Rezensent Thomas Ribi bei der Lektüre dieses Buches zum Themenkomplex Hoffnung stellt. Der Altphilologe Jonas Grethlein entwirft darin, lernen wir, eine Geschichte der Hoffnung, die von den alten Griechen bis in die Gegenwart reicht, in der sich das Problem der Hoffnung unter anderem mit Blick auf den Klimawandel stellt. Grethlein legt laut Ribi dar, dass verschiedene geistesgeschichtlichen Traditionen, von den Stoikern bis Nietzsche, die Hoffnung ablehnen, dass aber letztlich hinter Hoffnungskritik oft eine andere Form von Hoffnung steht. Einfache Antworten gibt es hier, naturgemäß, nicht, schließt Ribi.