Als Allen Lafferty am Abend des 24. Juli 1985 nach Hause kommt, findet er seine Frau und seine Tochter ermordet auf. Beide wurden grausam hingerichtet. Zu dem Mord bekennen sich Allens Brüder Ron und Dan Lafferty. Sie behaupten, den Auftrag dazu habe ihnen Gott gegeben. Ausgehend von diesem Familiendrama untersucht Jon Krakauer den Ursprung des religiösen Fanatismus. Die Laffertys sind Mormonen. Krakauer schildert die Geschichte dieser erst 170 Jahre alten Religion und zeigt, wie bedrohlich es sein kann, wenn Menschen glauben, einen "direkten Draht zu Gott" zu haben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.12.2003
Ein gutes Buch, konstatiert Norbert Finzsch gleich zu Beginn seiner Besprechung. Jon Krakauer, bekannt geworden durch die Schilderung der Besteigung des Mount Everest, untersuche in seiner "packend geschriebenen Reportage" einen Doppelmord in Utah. Die Täter gehörten einer fundamentalistischen Spielart der Mormonen an. Krakauer gehe nicht nur auf Täter, Opfer und den religiösen Hintergrund ein, sondern liefere nebenbei auch einen Abriss der mormonischen Geschichte. Angereichert durch aufschlussreiche Interviews, Hinweise auf weiterführende Literatur und Quellen, ist das Buch fast eine wissenschaftliche Untersuchung geworden, schreibt der Rezensent, "wäre es nicht so gut geschrieben". Ein "Aufklärer im besten Sinne des Wortes" ist Krakauer, lobt Finzsch, der abgesehen von der "holprigen" Übersetzung nur zwei Kritikpunkte anführt: Erstens suggeriere die unterhaltsame Montage aus aktuellen und historischen Texten manchmal Zusammenhänge, ohne sie wirklich zu erklären, und zweitens seien Fundamentalisten in den USA mittlerweile beileibe kein Splittergruppe mehr, so wie Krakauer das vermittle.
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