Michael Hochgeschwender

Amerikanische Religion

Evangelikalismus, Pfingstlertum und Fundamentalismus
Cover: Amerikanische Religion
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2007
ISBN 9783458710059
Gebunden, 316 Seiten, 19,80 EUR

Klappentext

Zu den Eigenheiten der amerikanischen Gesellschaft zählt ein im Vergleich zu den ebenfalls hochindustrialisierten westeuropäischen Gesellschaften erstaunliches Maß an Religiosität. Dabei nehmen evangelikale, fundamentalistische und aus der Pfingstbewegung stammende Religionsformen eine Sonderstellung ein. Michael Hochgeschwender beschreibt in seinem Essay die Ursprünge und Ursachen der spezifisch amerikanischen Religiosität und die in den letzten 200 Jahren immer wieder auftretenden evangelikalen Erweckungsbewegungen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.01.2008

Differenziert betrachtet Rezensent Friedrich Wilhelm Graf diese religionsgeschichtliche Studie zu Evangelikalismus, Pfingstlertum und Fundamentalismus in den USA, die der Amerikanist Michael Hochgeschwender vorgelegt hat. Weitgehend einverstanden ist er mit der Darstellung der Entstehung des nordamerikanischen Protestantismus und der verschiedenen Erweckungsbewegungen. Auch die Deutung des klassischen Fundamentalismus um 1910 als modern-antimoderne Reaktion auf eine Krise der Moderne scheint Graf überzeugend. Er betont Hochgeschwenders Akzentuierung der progressiven, weil egalitären Züge in den amerikanischen Heilsbewegungen seit dem späten 18. Jahrhundert, die sonst oft unter den Tisch fallen. Bei der Darstellung des Neofundamentalismus schätzt er dessen soziologische Einordnung, moniert aber in diesem Zusammenhang einige theologische Aussagen. Er vermisst Ausführungen über die Bindungs- und Integrationskraft der amerikanischen Religiosität. Zudem kritisiert er die jargonlastige Sprache der Darstellung, die eingestreuten "privaten politischen Werturteile" und "bisweilen moralisierenden Grundton" des Autors sowie einige theologiegeschichtliche Fehler.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 01.11.2007

Angesichts der wachsenden Beunruhigung der Europäer gegenüber der nicht zuletzt die Politik durchdringenden amerikanischen Religiosität, kann Ulrike Brunotte Michael Hochgeschwenders Buch zur amerikanischen Religionsgeschichte nur begrüßen. Besonders interessant fand sie Hochgeschwenders Darstellung der immer wieder in Schüben auftretenden Erweckungsbewegungen der amerikanischen Gesellschaft, insbesondere des institutionenfeindlichen und individualistischen Pfingstlertums, das, wie der Autor zu belegen sucht, im Kern "modern und antirestaurativ" gewirkt habe. Gerade bezogen auf die aktuelle Lage hätte sich die Rezensentin zwar manchmal etwas entschiedenere Stellungnahmen Hochgeschwenders gewünscht, aber am Ende kann sie dem Buch doch entnehmen, dass der Autor an die Kräfte einer "offenen selbstreflexiven Gesellschaft" glaubt, wenn sie sich nur von den aktuellen neokonservativen Strömungen befreie. Man liest die "differenzierten" Ausführungen mit Gewinn und wird auch nicht mit einem allzu ausladenden Fußnotenapparat belastet, lobt die Rezensentin abschließend und zufrieden.
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