John Grisham

Der Gefangene

Roman
Cover: Der Gefangene
Heyne Verlag, München 2006
ISBN 9783453265318
Gebunden, 464 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Bernhard Liesen, Bea Reiter, Kristina Ruhl und Imke Walsh-Araya. Debbie Carter arbeitet als Bardame im "Coachlight Club" in Ada, Oklahoma. Sie ist beliebt bei den Gästen. Auch Ron Williamson, ehemaliger Baseballprofi und Stammgast im Club, sitzt oft bei ihr an der Bar. Eines Morgens wird die junge Frau vergewaltigt und erwürgt in ihrer Wohnung aufgefunden. Sechs Jahre später werden Ron Williamson und sein Freund Dennis Fritz aufgrund einer Falschaussage der Tat bezichtigt. Williamson wird zum Tode, Fritz zu lebenslanger Haft verurteilt. Beide beteuern ihre Unschuld. Elf Jahre verbringt Williamson unter grausamen und entwürdigenden Haftbedingungen in der Todeszelle. Kurz vor der Hinrichtung zeigt eine DNA-Untersuchung, dass weder Fritz noch Williamson die Tat begangen haben können. Sie werden freigesprochen. Der wahre Täter, damaliger Hauptbelastungszeuge der Anklage, wird wenig später verhaftet. Fünf Jahre nach seiner Freilassung stirbt Ron Williamson an den Folgen der Haft.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 28.10.2006

Ausgesprochen getrübt scheint das Lesevergnügen mit John Grishams erstem Sachbuch für Rezensent Christoph Schröder gewesen zu sein. Obwohl es sich Schröder zufolge um die saftige Schilderung eines wahren Kriminalfalls handelt, kommt die Bestseller-Faustregel, "trivial aber spannend" im vorliegenden Fall aus seiner Sicht nur bedingt zur Anwendung. Trivial schon, aber auf keinen Fall spannend. Zu ausufernd macht sich für den Rezensenten darin nämlich eine enervierende "Faszination für das Faktische" breit. Fakten, für die der Rezensent trotz greller, mitunter drastischer Details kein wirkliches Interesse aufzubringen vermag. Auch bei der deutschen Übersetzung scheint es sich nicht um eine Glanzleistung zu handeln, obwohl, wie wir lesen, gleich vier Fachkräfte damit befasst gewesen sind. Am Ende plädiert der Rezensent eindeutig für "Nichtlesen" - auch, um größere Opfer unter der Zivilbevölkerung zu vermeiden.